Auch in der 10 800-Einwohner-Stadt Haigerloch ist die aktuelle Haushaltslage geprägt vom wirtschaftlichen Einbruch aufgrund des Lockdowns zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Einnahmen müssen gegenüber dem Vorjahr um rund 1 Million Euro nach unten korrigiert werden. Um den Einbruch aufzufangen, muss ein harter Sparkurs gefahren werden.

Sogar mit Überschuss

Trotz allem konnte Kämmerer Timo Müller einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Den Erträgen mit 25,33 Millionen Euro stehen Aufwendungen mit 25, 28 Millionen Euro gegenüber. Somit werden die Abschreibungen mit 2,47 Millionen Euro erwirtschaftet und es entsteht zudem ein kleiner „Überschuss“ in Höhe von 45 580 Euro. Oder anders ausgedrückt: Nach der früher üblichen kameralen Haushaltsführung würde dieses Jahr  eine Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt von immerhin 1,7 Millionen Euro bringen. Bei den Abschreibungen wurde 2021 das generalsanierte Familienfreibad mit berücksichtigt.

Gewerbesteuer auf Platz zwei

Den Löwenanteil bei den Einnahmen spült nach wie vor die Einkommenssteuer in die Kasse. Der Gemeindeanteil an dem Steueraufkommen beträgt rund 6,2 Millionen Euro, das sind rund 200 000 Euro weniger als 2020.  Mit 2,5 Millionen Euro folgt gleich danach die Gewerbesteuer. Weil das Steueraufkommen hier zuletzt deutlich rückläufig war, wurde der Planansatz um 500 000 Euro herabgesetzt. Hinzu kommen 1,53 Millionen Euro an Grundsteuern. Sowohl bei der Grundsteuer wie auch bei der Gewerbesteuer behält die Stadt Haigerloch die bisher geltenden Hebesätze noch dieses Jahr bei, plant aber zum 1. Januar 2022 eine Erhöhung um jeweils 20 Prozentpunkte.
Bei den Zuweisungen, Zuwendungen und Umlagen geht Kämmerer Timo Müller von Erträgen in Höhe von 9,12 Millionen Euro  aus, wobei die Schlüsselzuweisungen und die kommunale Investitionspauschale nach dem Finanzausgleichsgesetz um 207 000 Euro auf 5,14 Millionen Euro gestiegen sind. Auch der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer ist leicht auf nunmehr 624 130 Euro angestiegen.

Weniger Personalkosten

Der größte Zuwachs ist bei der Kindergartenförderung mit 433 700 Euro auf jetzt 1,63 Millionen  Euro zu verzeichnen. Bei den Einnahmen durch öffentlich-rechtliche Entgelte, vor allem Benutzungsgebühren, wurden 2,02 Millionen Euro eingeplant. Dies sind 7500 Euro weniger als vorher. Gekürzt wurden vor allem die Gebühren für die Teilnahme an den Ferienspielen.
Bei den Ausgaben schlagen Kreisumlage, Finanzausgleichsumlage und Gewerbesteuerumlage mit 9,24 Millionen Euro zu Buche. Dahinter folgen die Personalkosten der Stadt mit 7,14 Millionen Euro. Der Ansatz ist  104 000 Euro niedriger als im Vorjahr. Das sei vertretbar, erklärte Timo Müller, weil verschiedene Stellen unbesetzt seien. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Unterhalt von Gebäuden und Grundstücken, Fahrzeughaltung, liegen bei 4,8 Millionen Euro. Erfreulich ist dabei die Erhöhung der Mittel für die Unterhaltung von Straßen, Feldwegen, Brücken und die Felssanierung auf 600 000 Euro.

7,14


Millionen Euro betragen in diesem Jahr  die Personalkosten bei der Stadt Haigerloch. Der Ansatz wurde 104 000 Euro um nach unten korrigiert, zumal einige Stellen nicht besetzt sind.