Haigerloch/Geislingen Ostereierausstellung öffnet ihre Pforten

Haigerloch/Geislingen / Rosalinde Conzelmann 09.03.2018
Am Wochenende eröffnet in der Galerie „Die schwarze Treppe“ die 31. Haigerlocher Ostereierausstellung.

Malen bedeutet für Siegfried Schlaich Entspannung und Freude. Schon sein Leben lang. Dabei probiert er auch gerne Neues aus und hat so vor vier Jahrzehnten das Bemalen von Ostereiern entdeckt. Die ersten ovalen Kunstwerke, die der Geislinger geschaffen hat, wurden noch verschenkt oder schmückten das Haus der Familie. Seit zwei Jahrzehnten stellt Schlaich seinen filigranen Osterschmuck in der Galerie Schwarze Treppe mit weiteren Künstlern aus und seine bunten Werke finden seither Liebhaber weit über die Region hinaus.

Mit einem mit einer Hummelfigur bemalten Ei fing alles an, erzählt der 76-Jährige, der morgens in seinem hellen, gemütlichen Atelier im Dachgeschoss des Einfamilienhauses seinem Hobby nachgeht. Denn er malt nur bei Tageslicht, bis die ersten Sonnenstrahlen durch die große Fensterfront ins Zimmer scheinen. Das ist meist gegen halb zwei. Im Sommer ist er viel auf dem Krautländle oder im Garten anzutreffen. Und die Eheleute wandern auch gerne.

Für die Haigerlocher Ausstellung bemalt Schlaich 120 Exem­plare. Er fängt in der Regel im September damit an und kann auf die Unterstützung seiner Ehefrau Sybille zählen. „Ich bin nur für das Bemalen zuständig, um alles andere kümmert sich meine Frau“, sagt er. Sie hat ebenso wie ihr Mann eine künstlerische Ader und ist sein größter Fan. Seine schönsten Ostereier dekoriert sie jedes Jahr im Frühling in den eigenen Räumen ihres Heims.

Im Laufe der vier Jahrzehnte sind Tausende der bunten, zerbrechlichen Kunstwerke entstanden, die der ehemalige Kfz-Meister in Kartons lagert. Die Motive sind vielfältig und vielfach mit lokalem Bezug: Blumen, Tiere, vor allem Vögel, historische Gebäude wie Schlösser und Kirchen sowie christliche Motive schmücken die Eier, die unterschiedliche Größen haben.

Die Palette reicht vom Finken- bis zum Straußenei. Schlaich geht immer gleich vor: Er zeichnet das Motiv – gerne nimmt er Fotos als Vorlagen – auf dem fettfreien, ausgeblasenen Ei mit dem Bleistift vor. Dann greift er zum Pinsel. Er verwendet Dispersions- oder Aquarellfarbe und hält das Ei beim Bemalen in den Händen. Der letzte Schritt ist das Lackieren. Die christlichen Motive zeichnet er nur mit Bleistift. Für ein Ei braucht er fast vier Stunden. Für jede Ausstellung schafft er Neues. Darauf warten vor allem die Sammler seiner Hummel-Eier.

Die Ostereierausstellung in Haigerloch ist für die Eheleute zwischenzeitlich ein lieb gewonnenes Ritual. „Man kennt sich“, sagt Schlaich, der sich jetzt schon auf die vielen Begegnungen an den Ausstellungswochenenden freut.

Die Haigerlocher Galerie macht mit der 31. Ostereierausstellung ja bereits den Schritt in das vierte Jahrzehnt. „Die 18 Ostereierkünstlerinnen und -künstler zeigen auch in diesem Jahr eine farbenprächtige Vielfalt gestalteter und verzierter Ostereier und originelles österliches Kunsthandwerk in Textil, Holz und Draht“, freut sich Galerist Hermann-Josef Speier auf das bevorstehende Eröffnungswochenende. Das Spektrum der Gestaltung reiche wieder von den traditionellen Maltechniken über Kratz-und Gravurtechniken bis zu kunsthandwerklich ausgefeilten Meisterwerken. Der Eintritt in die Ausstellung ist wie immer frei. Für den zweiten Ostereier-Sonntag, 18. März, hat der Handels- und Gewerbeverein Haigerloch einen verkaufsoffenen Sonntag organisiert.

Ostereier und österliches Kunsthandwerk

Die Galerie Die schwarze Treppe“ in Haigerloch, Hohenbergstraße 8, hat für die 31. Ostereierausstellung an zwei Wochenenden geöffnet: Am 10. und 11. März sowie am 17. und 18. März, jeweils von 10 bis 17 Uhr. An beiden Wochenenden wird durch die Owinger Freunde des Kinderdorfes Abai bewirtet. Die Ministranten der Seelsorgeeinheit Eyachtal-Haigerloch St. Anna sind auch mit einem Verkaufsstand vertreten.
Die 18 Aussteller sind Rose-Florence Allegri, Inge Bentin, Selina Birk, Stephanie Brachtl, Waltraud Edele, Gisela Fuchs, Mária Hrabovská. Pernille Jörgensen, Karin Mettler, Monika Müller, Letitia Orsivschi-Heiser, Siegfried Schlaich, Jurj Seemann, Helga Sichelstiel, Oskar Unger, Martin Weber und Marianne Wilkens.

30

Ostereierausstellungen gingen in der „Schwarzen Treppe“ schon über die Bühne. Die 31. Auflage der beliebten Veranstaltung ist also der Schritt ins vierte Jahrzehnt.

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