Haigerloch Festlicher Jubel in der Schlosskirche

Kirchenchor, Solisten und Instrumentalisten überzeugten beim Konzert in der vollbesetzten Schlosskirche. Foto: Wilfried Selinka
Kirchenchor, Solisten und Instrumentalisten überzeugten beim Konzert in der vollbesetzten Schlosskirche. Foto: Wilfried Selinka
WILFRIED SELINKA 21.05.2013
Ein herausragendes Erlebnis war am Pfingstsonntag im Rahmen der Schlosskonzerte die "Theresienmesse" von Michael Haydn, exzellent dargeboten vom katholischen Kirchenchor Haigerloch.

Ein in Klang und Schönheit erlesenes "Laudate Dominum - Lobet den Herrn" durchzog während der gesamten Messehandlung beim festlichen Pfingstgottesdienst den barocken Kirchenraum der Schlosskirche. Zelebrant am Altar war Pater Andreas Edele vom Missionshaus der Weißen Väter, der die Aufführenden dieses Festgottesdienstes, den katholischen Kirchenchor, das Reutlinger Kammerorchester mit Bläsern und die Solisten unter der Gesamtleitung von Hans Konstanzer für ihr beeindruckendes Singen und Musizieren lobte.

Dies ist vor allem Chorleiter Hans Konstanzer zu verdanken, der den Chor im 46. Jahr beim 51. Pfingstgottesdienst im Rahmen der Schlosskonzerte mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen leitet, ihn geformt hat und immer wieder zu Höchstleistungen anspornt. Dies gelang ihm an diesem Pfingstmorgen auf eindrucksvolle Weise mit der nicht leicht zu singenden, in der Schlosskirche erstmals aufgeführten "Theresienmesse" von Michael Haydn. Dem Chorleiter gelang es wiederum wunderbar , die drei Elemente Chor, Solisten und Orchester zu einer geschlossenen Einheit zusammenzuführen.

Neben der Theresienmesse, die Marie Therese, Gemahlin des Kaisers Franz I., selbst ausgebildete Sopranistin, gewidmet ist, erklang als Eingangschor durch den fast 40-köpfigem Chor voluminös "Singt dem Herrn" aus "Die Schöpfung" von Josef Haydn.

Als Sopranistin der Theresienmesse überzeugte Stefanie Steinhübl. Schön, sicher und in klarer Stimmführung stand die Haigerlocherin Altistin Christine Kleinmann ebenbürtig neben ihr. Klaus Kächele, Tenor, und Werner Rupprecht, Bass, unterstrichen mit ihren gepflegten und stets sicheren Stimmen den insgesamt guten Gesamteindruck des Solistenquartetts, das im umfangreichen "Gloria" besonders zum Tragen kam und die frisch wechselnden Soloabschnitte besonders hervorhoben.

In der großangelegten, den Satz abschließenden Chorfuge "In Gloria Dei Patris. Amen - Zur Ehre Gottes des Vaters. Amen" kam die Geschlossenheit des Chores als großartiger Jubel besonders deutlich in Eleganz und Natürlichkeit zum Ausdruck. Auch das an Soloparts reiche "Agnus" bestätigte die stets gute Harmonie zwischen Solisten, Chor und Orchester.

Die intensive und gute Vorbereitung des Kirchenchores war auch beim Schlusschor "Te Deum" von Michael Haydn, der schon 1801 zusammen mit der Theresienmesse uraufgeführt worden war, zu spüren. Die im Haigerlocher Kirchenchor gepflegte hohe Gesangskultur entfaltete sich an diesem Pfingstmorgen in sicherem Gespür für die besondere Intension und Konzeption der Haydnschen Kompositionen. Sie wurden von jedem einzelnen Aufführenden erfasst und feinstens wiedergegeben. Auch der berühmte "St. Antonius-Choral" zusammen mit einer Doppelfuge, gespielt vom Reutlinger Kammerorchester während der Kommunion, entfaltete seinen besonderen Zauber in den Kirchenraum.

In seiner Ansprache ging Pater Andreas Edele auf das Pfingstwunder ein, als die Jünger der versammelten Menschenmenge Gottes große Taten in den verschiedensten Sprachen verkündet hätten. Dies gelte um so mehr auch für den gläubigen Christen der heutigen Zeit. Der Prediger ermunterte dazu, Tag für Tag vom neuen Leben zu künden, im Geist Gottes zu leben und stets tiefer und tiefer die frohe Botschaft allen Menschen zu verkünden und nach ihr zu leben.

Nach dem Verklingen der Michael Haydn Komposition "Te Deum Laudamus - Dich Gott loben wir" als Schlusschor verharrten die Gläubigen kurz in andächtiger Stille, dann brandete für alle Mitwirkenden minutenlanger herzlicher, wohl verdienter Beifall auf.