Wegen der Corona-Pandemie war es für die Salzschlecker ein schwieriges Jahr. Das war das Fazit von Uli Schneider, einer der vier Vorsitzenden des Stettener Narrenvereins, am Freitag bei der Hauptversammlung in der Glückauf-Halle zurück.
Die Einschränkungen hätten Veranstaltungen unmöglich gemacht, was vor allem den Narrenverein „sehr getroffen hat“. So musste zum Beispiel der Adventsbasar abgesagt werden. Weiter, so Schneider, habe man seit der letzten Hauptversammlung einige Austritte zu verkraften gehabt, aber wenigstens ein neues aktives Mitglied begrüßen dürfen. Corona, erklärte Uli Schneider, habe auch den Findungsprozess für einen personell stark veränderten Vorstand im Herbst 2020 erschwert, dennoch sei man inzwischen zu einer Einheit geworden.
Insgesamt habe der Verein diese „schwierige Zeit“ trotz aller Widrigkeiten gut gemeistert, fand er. Als Ersatz für die ausgefallene Fasnet präsentierten die Salzschlecker in diesem Jahr eine Ausstellung im alten Schulhaus mit allen Fasnetsfiguren des Vereins und eine Videoschau mit Bilder von früheren Fasneten in Stetten. Die Bilder wurden auf Fernsehern in der Zunftstube und in den Metzgereien Klingenstein und Heck gezeigt. Um zu zeigen, dass die Fasnet trotz Corona lebt, schmückten die Narren auch den Ort und stellten einen Narrenbaum auf.

Fanfarenzug sucht Nachwuchs

Zur Freude Schneiders hatten einige Stettener auch ihre Weihnachtsbäume zu Narrenbäumen umfunktioniert, so sei wenigstens etwas Fasnetsstimmung entstanden. Am „Schmotziga Dauschdig“ besuchten zwei Salzschlecker die Kindergartenkinder und verteilten kleine Präsente. Zufrieden war man auch mit der Wurstsalatverkaufsaktion Ende April.
In Abwesenheit von Konrad Stocker berichtete Chronist Andreas Strauch über das Geschehen beim Fanfarenzug. Er verwies auf 15 aktive Bläser und Trommler und zwei Fahnenschwinger in der abgelaufenen Saison. Weil das aktuell zwei aktive Musiker weniger sind, wäre Zuwachs willkommen.
Kassenwart Markus Alber vermeldete einen größeren Gewinn und verwies auf einen guten Gesamtetat. Anstelle der nicht anwesenden Kassenprüfer Hans Stengel und Doris Stöbe verlas Ortsvorsteher Walter Stocker deren Prüfungsergebnis, das ohne Beanstandungen war. Stocker führte auch die einstimmige Entlastung herbei. Er lobte den Verein für die Dorfdeko und die beiden besonderen Veranstaltungen – „trotz des schwierigen Jahres“.
Bei den Wahlen schied Jürgen Schneider aus dem Narrenrat aus, er wurde nicht ersetzt, so dass der Verein mit fünf Narrenräten weitermacht.
Hinsichtlich der Fasnet 2022 herrscht bei den Salzschleckern Optimismus. Man hofft auf eine endlich wieder normale Fasnet mit allen Veranstaltungen. Laut Uli Schneider stehen einige Veranstaltungen schon fest im Terminkalender. Vorsitzende Jasmin Wörbel zeigte sich jedoch bezüglich Showtanz-Auftritten eher skeptisch, für Einlagen müsse man fast ein ganzes Jahr trainieren.
Narrenrat Robert Lang ging am Ende der Versammlung auf den Umzug des Narrenvereins in die alte Schule ein, Dort haben die Salzschlecker in einem Lagerraum Häser und Masken untergebracht. Lang rief die Vereine des Ortes dazu auf, das Gebäude zu nutzen und sich für seinen Erhalt einzusetzen. Es abzureißen, wäre schade.