Der Fruchtkasten des Haigerlocher Schlosses war durch ein herrlich gestaltetes Bühnenbild, geschaffen von der jungen Kunstlehrerin Judith Lenz mit ihrer "AG Kostüm und Bühne", und die Beleuchtung durch Felix Kern und Clemens Gotthardt in einen stimmungsvollen Theatersaal verwandelt. Viel Geschick und Einfühlungsvermögen bewies bei ihrer Inszenierung die Deutschlehrerein Kerstin Gotthardt.

Die 21 Schülerinnen und Schüler der Theater-AG, darunter auch einige Abiturienten, glänzten in ihren Rollen. Ein Sonderlob gilt dabei Cecile Fischer als Puck, die den arglistigen und kecken Kobold mit besonderer Ausstrahlung spielte und dieser Mitsommernacht mit den Themen Liebe, Streit, Versöhnung, List und Rivalität ihren Stempel aufdrückte.

William Shakespeare lässt in seinem Klassiker vier unglücklich Verliebte in einer Sommernacht aus ihrer geordneten Welt fliehen: Hermina, vortrefflich gespielt von Deborah Kämmerling. Helena, bestens verkörpert durch Johanna Fischer. sowie die in ihren Rollen aufgehenden männlichen Parts Tom Kußberger als Lysander und Maximilian Rath als Demetrius. Sie verirren sich in einem magischen Wald. Dort treibt der Elfenkönig Oberon, alias Samuel Nehmer, zusammen mit dem bereits erwähnten Kobold Puck, Cecilie Fischer, sein Spiel, in dem er Puck den Auftrag gibt, mit dem Nektar einer bestimmten Blume, die Augen der schlafenden Liebenden zu benetzen, was dafür sorgt, dass diese sich in die nächste lebende Kreatur verliebt. Und das Verwirrpiel mit Streit, Hass und Versöhnung nimmt seinen Lauf.

Zwischen den ganzen Verwirrungen tanzen anmutig Elfen (mit Thit Jörgensen als Elfenkönigin Titania), umschwärmt von ihren Begleiterinnen Alyssa Friedrich, Julia Götz, Vanessa Kämmerling und Patrizia Dania. Mittlerweile haben sich im Wald auch sechs Athener Handwerker zu ihrer Probe des Stücks "Pyramus und Thisbe" eingefunden, das bei der Hochzeitsfeier von Theseus, dem Herzog von Athen (Martin Blum) und Hippolyta, der Amazonenkönigin (Pia Haug) aufgeführt werden soll. Beide Spieler gaben ihrer Rolle eine würdevolle Note.

Unter der Leitung von Peter Squenz, dargestellt von Gizem Alsahan, verteilen die Handwerker untereinander die Rollen. Puck kommt hinzu und verwandelt den Kopf des Webers Niklas Zettel, dessen Part bestens durch Adrian Franke verkörpert wurde, in den eines Esels. In den weiteren Rollen der Handwerker spielten Nastasja Dania, Fabienne Pieper, Hanna Fieler und Lea Schubert.

Die Verwirrungen um Träume und Identitäten als lebendiger, jugendlicher Stoff über eine Nacht, in der die Gefühle verrückt spielen, nehmen schließlich ein bezauberndes Ende. Zum letzten Mal wirkt Pucks Zauber wie geplant: Lysander liebt Hermia so wie sie ihn, und auch Esia (Marie Waiblinger), Mutter von Hermia, ist glücklich. Auch Demetrius und Helena sind ein glückliches Paar. Theseus lädt sie ein, zur großen Dreifachhochzeit zu kommen. Die Handwerker spielen abschließend ihr geplantes Spiel über Pyramus und Thisbe dem belustigten Publikum vor.

Kräftigen Beifall und viel Anerkennung durch Schulleiterin Karin Kriesell belohnte die Schauspieltruppe. Diese galt auch den weiteren Beteiligten für Kostüm und Maske: Helena Poalew, Noemi Solecki, Desirée Fuzio, Sophia Huber, Jannis Pfeffer, Pia Fischer, Fabian Pfister, Marvin Kleinmaier, Miklas Kalt und Johanna Fischer sowie am Klavier Thirza Schöpfer.