Die Theater-AG des Haigerlocher Gymnasiums spielte  zwei Mal „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt im Saalbau „Löwen“ in Gruol. Es gibt kaum ein anderes Stück mit einer so eindringlichen moralischer Botschaft wie Dürrenmatts Parabel auf die Verantwortung der Wissenschaft. Das Stück beinhaltet zahlreiche Gleichnisse, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wesentlich das gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Leben bestimmten. Im Zentrum steht die Frage nach der Verantwortung von Forschung und Wissenschaft und deren zumindest manchmal sehr zweifelhaften Folgen für die Menschheit. Die Tragikomödie erzeugt Zweifel daran, ob alles technisch Machbare auch umgesetzt werden sollte.

Dürrenmatts Werk ist in der Regie von Kerstin Gotthardt in einem herrlichen Bühnenbild entstanden. Unterstützt wurde sie in Sachen Licht und Technik von ihrem Mann Clemens Gotthardt und Erik Biscachin, in der Maske von Céline Schaupp und in der Assistenz von Benjamin Steil.

Drei Physiker, die sich als Geisteskranke ausgeben, herbergt das Sanatorium der Frau Dr. von Zahnd, bestens verkörpert von Nastasija Dania. Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Isaac Newton und dem Dritten, Johann Wilhelm Möbius, erscheint regelmäßig der biblische König Salomon. Er hat aber auch die „Weltformel“ entdeckt, deren Anwendung katastrophale Folgen für die Menschheit haben würde, weshalb er sich und sein Wissen im Irrenhaus versteckt. Charlotta Koch, Jasmin Friedrich und Alexandra Ellinger füllten als Hauptpersonen des Stücks ihre Rollen wunderbar aus.

Die drei angeblich Geisteskranken bringen nacheinander ihre Krankenschwestern (Patrizia Dania, Marleen Hahn und Doreen Kohle) um, weil sie um ihre Geheimnisse fürchten, und Kriminalinspektor Voss (Laura Fechter/Julia Götz) steht vor einem Rätsel. Als die Polizei eintrifft, vernichten die drei Physiker ihre Formeln und ihre gefährlichen Forschungsergebnisse: „Wir haben getötet, damit nicht noch Schrecklicheres auf der Welt geschieht.“

Doch der Pakt der Physiker kommt zu spät, denn die Chefin der Irrenanstalt hat bereits Möbius’ sämtliche Aufzeichnungen kopiert. Als die einzig wirklich Verrückte glaubt sie tatsächlich, im Auftrag König Salomons zu handeln, und will mit der Formel die Weltherrrschaft erringen. Die Physiker aber, durch die von ihr eingefädelten Morde öffentlich als Verrückte gebrandmarkt, bleiben eingesperrt und haben keine Möglichkeit mehr, von Zahnds Pläne zu verhindern.

Die weiteren Personen des Stücks verkörperten bestens: Marleen Hahn und Patrizia Dania als Oberpfleger, Eva Ehmann und Ida Becker ebenfalls als Pfleger und in der Doppelrolle als Töchter von Frau  Missionar Rose, die Tina Grözinger spielte. Dania Al-Masri verkörperte eine weitere Tochter und Marion Pötsch spielte den Missionar Oskar Rose. Sie schlüpfte  auch in die Person einer Polizistin, Tina Grötzinger in die eines  weiteren Polizisten. Dania Al-Masri war zudem als Gerichtsmediziner auf der Bühne. Am Ende gab es für Deutschlehrerin Kerstin Gotthardt Blumen von Schulleiterin Karin Kriesell und Konrektor Rolf Ege.