Haigerloch Ein musikalisches Date

Hut ab, ihr Musiker. Die Stadtkapelle Haigerloch präsentierte sich bei ihrem Jahreskonzert bestens aufgelegt.
Hut ab, ihr Musiker. Die Stadtkapelle Haigerloch präsentierte sich bei ihrem Jahreskonzert bestens aufgelegt. © Foto: Max Bäurle
Haigerloch / MAX BÄURLE 22.12.2014
Unter dem Motto "Klassik trifft Rock und Pop" hatte die Stadtkapelle Haigerloch zu ihrem Jahreskonzert in die richtig gut gefüllte Witthauhalle geladen. Ein musikalisch ergiebiges Date.

Beim Stadtkapellenkonzert "Klassik trifft Rock und Pop" gaben sich die Stile nicht direkt die Hand - die klassischen Stücke wurden im ersten Konzertteil serviert, die Rock- und Pop-Songs erklangen in der zweiten Hälfte des Konzertes. Dennoch durften sich die Zuhörer über ein musikalisch ergiebiges Date freuen. Und bei "Bohemian Rhapsody" der Rockband Queen vermischten sich teilweise die Stile, da der Song mit einem klassisch anmutenden Rhapsodie-Aufbau und einer ungewöhnlichen Opernparodie aufwartet.

Den Anfang machte aber das Jugendorchester, bestehend aus den erst in diesem Jahr zusammengelegten Jugendorchestern aus Bad Imnau, Haigerloch, Hart und Trillfingen. Für den eigentlichen Dirigenten Chris Wehrstein war Armin Wehrstein in die Bresche gesprungen. Unter seiner sicheren Stabführung entführten die Jungmusiker ihr Publikum in Kurt Gäbeles "Zauberland" - und bei "Salute To Louis Armstrong" auch in die "Wonderful World" des berühmten US-Musikers. Auch über "I'm a believer" durften sich die Zuhörer in der Halle freuen. Als Zugabe spielten die jungen Talente den Weihnachtsklassiker "Mary's Boy Child" von Boney M. Angesagt wurden die Stücke von Thomas Maurer.

Die Stadtkapelle begrüßte ihr Publikum mit der Feuerwerksmusik, einer mit schönen Melodien durchsetzten Komposition in fünf Sätzen von Georg Friedrich Händel. Teils majestätisch, teils getragen, aber auch fröhliche Stimmung verbreitend, setzten die Musiker erste Akzente. Dabei meisterten sie problemlos Tempowechsel, ließen sich durch Pausen nicht irritieren und trumpften gelegentlich pompös auf. Es folgte ein Sprung ins frühe 20. Jahrhundert zum berühmten "Nessun Dorma" aus der Puccini-Oper "Turandot". Nach dem hervorragend interpretierten leisen Beginn, spielte das Orchester die folgende wunderschöne Melodie traumhaft gefühlvoll und brachte mit dem voluminösen Schlussteil die Halle zum Beben.

Anschließend besuchte die Kapelle den "Kalif von Bagdad". Auch bei diesem Stück handelt es sich um ein Opern-Arrangement. Vor allem das Holz war hier gefordert. Insgesamt kam das Stück stark daher, aber oft wechselten sich auch ruhige und aufbrausende Töne ab. Bei den beschwingten Passagen machte die Kapelle ebenfalls eine prima Figur. Birgit Gulde und Robin Eger (beide Klarinette) veredelten dieses Stück mit ihren Soloeinlagen, und Franziska Erat (Oboe) durfte bei einer Kadenz auch ihr Können unter Beweis stellen. Weiter ging die Reise durch die große Epoche der klassischen Musik. Die Themen der sinfonischen Ton-Dichtung "Also sprach Zarathustra" des bekannten Komponisten Richard Strauss wurden von Dick Thomas arrangiert, und dieses Arrangement mit dem englischen Titel "Thus Spoke Zarathustra" gab die Stadtkapelle zur Freude des Publikums ebenfalls zum Besten.

Dem dramatischen Einstieg mit mystischen Klängen und viel Schlagwerk folgte die bombastisch gespielte berühmte Melodie, ehe die Musiker vor dem moderaten Ende auch gefühlvoll getragen zu Werke gingen. Mit dem prunkvollen und facettenreichen Marsch "Pomp and Circumstance" durfte Elisa Graf ein weiteres Stück aus der Romantik ansagen. Vor allem die getragene Passage als heimliche Nationalhymne der Engländer dürfte den Besuchern sofort bekannt vorgekommen sein.

Nach der Pause folgte ein Eric Clapton-Medley. Bei "Tears in heaven" mit seiner unaufdringlichen Melancholie sorgte die Kapelle für Gänsehaut, aber auch auf die anderen Songs des Medleys wäre "Mr. Slowhand" mehr als stolz gewesen. Die "Bohemian Rhapsody" war sicher der Höhepunkt der zweiten Konzerthälfte. Dieses unglaublich schwierig zu spielende Stück mit diversen anspruchsvollen Elementen wurde von den Musikern bravourös gemeistert. Zum Gelingen dieses Klassikers trugen die Solisten Janine Fechter und Robert Kuti (Saxofon) bei; Andreas Probst (E-Gitarre) und Bastian Zappe (E-Bass) stachen mit ihren Einlagen ebenfalls heraus.

Den legendären Rolling Stones widmete das Orchester auch ein Medley, bei dem natürlich "Satisfaction" besonders auffiel. Die Stones-Ballade "Ruby Tuesday" wurde von Carina Diebold an der Querflöte veredelt, aber auch Janine Fechter (Saxofon) glänzte bei diesem Medley. Mit dem unglaublich famos gespielten "Music" von John Miles setzten die Musiker ein dickes Ausrufezeichen hinter ein beeindruckendes Konzert, ehe sie mit "Feliz Navidad" und "Stille Nacht" ihrem Publikum ein frohes Weihnachtsfest wünschten.

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