Beim Festakt am Freitagabend zur Fertigstellung der Sanierung der alten Turn- und Festhalle zur modernen Eichwaldhalle war den Bürgerinnen und Bürgern aus Hart der Stolz und die Freude über das vollendete Gemeinschaftswerk ins Gesicht geschrieben. Mit dabei waren Gemeinde- und Ortschaftsräte, Mitglieder des Fördervereins Vereinsgemeinschaft Hart, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, 69 Spender und 56 Helferinnen und Helfern.

Eine im Eingangsbereich der Halle aufgebaute Fotodokumentation von Ingo Biesinger informierte über die Entstehungsgeschichte der runderneuerten Halle, und die Reden zeugten nicht zuletzt auch vom Überwinden etlicher Schwierigkeiten während der zehnjährigen Planungsphase. Der Musikverein Hart unter der Leitung von Julian Waibel verlieh der Feststunde einen besonderen musikalischen Glanz.

Zehn Jahre Warten und Ringen

Ortsvorsteher Thomas Bieger war die Freude über das gelungene Gesamtwerk bereits in seiner Begrüßungsrede anzumerken, denn rund zehn Jahre Warten und Ringen um das Bauwerk hatten nun ein Ende. Bieger erinnerte daran, dass die in den Jahren 1964 bis 1966 erbaute Halle für den Schulsport an der damaligen Grundschule und für den Hallensport der Vereine errichtet wurde. In den 70er-Jahren wurden die Räumlichkeiten zunehmend zusätzlich für Veranstaltungen genutzt. Deshalb wurde 1982 an der Nordseite ein Küchen- und Sanitärtrakt angebaut, der allerdings wegen Platzmangels schmal und klein ausfiel.

Förderverein sagt 115 000 Euro zu

„Über die Jahrzehnte hat der Zahn der Zeit am Gebäude genagt, und es entsprach auch nicht mehr den heutigen Richtlinien für einen Mehrzweckbau, beispielsweise durch das Fehlen von Notausgängen“, so Bieger. Knapp zehn Jahre Diskussionen und Planungen gingen ins Land, bis schließlich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 13. Dezember 2016 die endgültige Zustimmung zur grundlegenden Sanierung gab, da inzwischen vom 2015 gegründeten Förderverein die Zusage vorlag, 115 000 Euro durch Spenden und Eigenleistungen aufzubringen. „Endlich ist es geschafft, alle sind erleichtert, trotz der vielen Kraft und Zeit, die es gekostet hat“, stellte der Ortsvorsteher fest.

„Ein echtes Gemeinschaftswerk“

Bieger und Bürgermeister Heinrich Götz dankten besonders Architekt Stefan Beuter für die konstruktive Zusammenarbeit, was Thomas Bieger mit einen Schnaps als „Nervennahrung“ für den Architekten bekräftigte. „Zusammenhalt und Engagement, gepaart mit einem starken Gemeinschaftswillen, haben das Gemeinschaftswerk von Hart vollendet“, so der Bürgermeister in seinem Lob an die Bevölkerung von Hart. Dass auch der Ehrenvorsitzende des Musikvereins, der sich bei den Abbrucharbeiten schwer verletzt hatte, wieder in den Kapelle mitspielen kann, war den Anwesenden einen besonderen Beifall wert. Der Bürgermeister bedankte sich für die 115 000 Euro vom Förderverein, ebenso für die 280 000 Euro aus dem Ausgleichstock des Landes, die für die Finanzierung der 1,8 Millionen Baukosten verwendet wurden. Besondere Anerkennung wurde Ortsvorsteher Thomas Bieger, Architekt Stefan Beuter, Bautechniker Bernd Wannenmacher, Stadtkämmerer Timo Müller und allen Handwerkern für ihr „echtes Meisterwerk“ zu teil.

Besonderer Tag für die Vereinsgemeinschaft

Von einem „besonderen Tag für die Vereinsgemeinschaft Hart“ sprach der Fördervereinsvorsitzende Jörg Biesinger. Viel Herzblut, persönliches Engagement, körperlicher Einsatz und finanzielle Unterstützung seitens der Bevölkerung von Hart seien damit verbunden. Hart könne deshalb mit besonderem Stolz auf das zurückschauen, was der kleinste Stadtteil Haigerlochs mit seinen 532 Einwohnern geschafft habe.

Dies wurde von Jörg Biesinger eindrucksvoll mit Zahlen untermauert. Durch eine langjährige Bausteinaktion wurden von 69 Spenderinnen und Spendern 43 650 Euro aufgebracht. Dafür gab es während des Festakts durch die Vorstandsmitglieder des Fördervereins, Michael Schill, Ingo Biesinger, und Uwe Schmid, Bausteinurkunden in Bronze, Silber, Gold und Platin für 69 Spender.

Platinurkunden für die spendenfreudigsten Vereine

Besondere Platinurkunden bekamen folgende Harter Vereine: der Gesangverein „Liederfreunde“ für die höchste Spende mit 5406,43 Euro, Ortschaftsrat, Sportverein, Musikverein und Narrenverein für je 5000 Euro. Eine Goldurkunde durften der Obst- und Gartenbauverein und die örtliche Feuerwehr für je 1000 Euro Spendengeld entgegennehmen.

Insgesamt wurden 49 Arbeitseinsätze auf der Baustelle geleistet. Jörg Biesinger nannte alle 56 Helfer namentlich. Die Namen der Helfer und der Spender sollen im Eingangsbereich auf einer Erinnerungstafel ihren gebührenden Platz finden. „Durch die 1389 aufgebrachten Stunden an Eigenleistungen und die Aktionen aller Harter Vereine wurde auch die Dorfgemeinschaft mehr denn je zusammengeschweißt“, war das Fazit von Jörg Biesinger.

Architekt Stefan Beuter wies auf die energetische Nachhaltigkeit des Bauwerks hin. Der CO2-Ausstoß reduziere sich durch die Sanierung jährlich um 50 Tonnen, und der Wärmeverlust sei um 75 Prozent niedriger als vorher.

Pfarrer Dieter Mayer beglückwünschte den Stadtteil Hart zu der wunderschönen Halle und erbat Gottes Segen für das Bauwerk und seine Benutzer.

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