Haigerloch „Lyra“ spielt effektvoll und auf hohem Niveau

Haigerloch / Wilfried Selinka 05.12.2018
Das 33. Adventskonzert des Bittelbronner Musikvereins „Lyra“ stand in diesem Jahr unter einem besonderen Zeichen.

Die Musikvereine Bittelbronn und Hart haben aus der Not eine Tugend gemacht: Wegen der Hallensanierung in Hart gaben die Orchester in der Witthauhalle Haigerloch ein gemeinsames Jahreskonzert. Die Konzertbesucher erlebten ein imposantes, kraft- und effektvolles Konzertprogramm und das hohe, musikalische Niveau der beiden Klangkörper. Bittelbronns MV-Vorsitzender Christof Weiß begrüßte die Zuhörer.

Der Konzertabend begann mit der Jugendkapelle Gruol-Weildorf-Bittelbronn-Stetten-Wiesenstetten unter Manuel Steidel. Die Jungmusikanten ließen mit „Pipi Langstrumpf“ zunächst ein kleines rothaariges Mädchen vor dem geistigen Auge der Zuhörer vorbei tanzen. Auch der „Kinderliedermarsch“ mit bekannten Liedern wie „Hänschen klein“ oder „Dornröschen war ein schönes Kind“ ließ aufhorchen, ob der bereits erlangten musikalischen Reife. Poppig wurde es dann bei dem Abba-Medley „Mamma Mia“. Dem dankbaren Beifall folgte noch eine Zugabe.

Der Auftritt der Musikkapelle Hart wurde von Joanna Mindreanu moderiert und von dem jungen und seit eineinhalb Jahren in Hart wirkenden Dirigenten Julian Waibel geleitet. Impulsiv, kraftvoll und schnell legte das Blasorchester gleich bei der ersten Komposition „Scossa Elettrica – Elektrischer Schlag“ als feierlicher Marsch los. Ausgereift kam auch „Journey through Orion“, eine Weltraumreise mit dem Teleskop Hubble, daher. Die schwierige Komposition der amerikanischen Komponistin Julie Girous wurde mit Bravour gemeistert.

Packende, bekannte Songs wie „Valerie“, „Love is Losing a Game“ „Back to Black“ und „Rehab“ waren anschließend bei „A tribute to Amy Winehouse“, der früh verstorbenen Sängerin mit der unverwechselbaren Soulstimme, zu hören.

Dass die Harter Musikanten auch bodenständige Musik bestens beherrschen, wurde mit dem Medley „Grüße aus dem Schwarzwald“ mit einer Mischung aus Volksliedern, Polkas und Walzern aus dem Badnerland zu vernehmen. Mit „Hootenanny“, einem geselligen Zusammenkommen zum Volksliedersingen aus Amerika, verabschiedete sich der Musikverein Hart, nicht ohne bei den schnellem Wechseln des Tempos bei verschiedenen Folk-Songs die verschiedenen Register einzeln vorzustellen. Mit der Zugabe „Soferska“ gab es oben drauf rassige Rhythmen vom Balkan.

In puncto Spielfreude und anspruchsvolle Stücke mit Tiefgang stand nach der Pause der gastgebende Musikverein „Lyra“ Bittelbronn in keiner Weise nach. Das Konzert der Bittelbronner wurde moderiert von Karin Müller und souverän dirigiert von Ramona König. Die spannungsgeladene Komposition „Flight“ von Mario Bürki machte den Auftakt, bei der die Musik einen Flug über die Alpen beschreibt. Das Flugzeug gerät in ein Gewitter, wobei Blitz und Donner eindrucksvoll von den Schlagwerkern simuliert wurden. Bei den leisen Tönen überzeugte Ilona Eger auf der Querflöte. Bei der sich anschließenden Komposition „Imagasy“ ließen sich die Zuhörer von den wunderschönen Melodien verzaubern, wobei Ulrich Kost als Solist auf dem Tenorhorn aufhorchen ließ. Bei den „Classics“ von Frank Sinatra, wie „New York, New York“ oder auch „My Way“, mit Sigrid Schumacher als Saxophon-Solistin summten viele Zuhörer leise mit. Zum Höhepunkt des Abends sollte „Czardas“ von Vittori Monti werden. Bei dem technisch sehr anspruchsvollen Stück wurde das Xylophon gegen ein Marimbaphon getauscht. Solistin Isabell Hinger ließ in den schnellsten Läufen ihre Schlegel flink und bravourös über die Tasten sausen und erhielt dafür Bravo-Rufe und lang anhaltenden Applaus. Unverkrampftes Spiel und beste Musizierlaune gab es zum Abschluss mit der Polka „Feuerfest“ mit dem besonderen Effekt des rhythmischen Spielens auf einem Amboss. Nach großem Beifall wurde als Zugabe der „Marsch der Textilarbeiter“ geboten. Dankesworte an die Mitwirkenden und der Austausch von Gastgeschenken zwischen den beiden Vorsitzenden Christof Weiß, Bittelbronn, und Wolfgang Fechter, Hart, beendeten das niveauvolle Adventskonzert.

300

Besucher verzeichnete das Adventskonzert. Unter den Zuhörern waren Bürgermeister Heinrich Götz, Ortsvorsteher Gerd Klingler und Hermann Koch vom Blasmusikkreisverband.

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