Haigerloch Die verborgene Schönheit und Magie der Alb

Fans von Thomas Faltin ließen sich ihr eben erworbenes Buchexemplar auch gleich signieren.
Fans von Thomas Faltin ließen sich ihr eben erworbenes Buchexemplar auch gleich signieren. © Foto: Foto: Herbert Hurm
Haigerloch / Herbert Hurm 08.05.2018
Thomas Faltin präsentierte im Haigerlocher Bürgerhaus seinen neu erschienenen  Fotobildband über die Schwäbisch Alb.

Thomas Faltin lud bei der Präsentation seines jetzt erschienenen Fotobildbandes am Freitagabend im Bürgerhaus die  Besucher mit wunderbaren Fotos und kurzen, meditativen Texten zum „Träumen und Schwelgen“ ein.

Anja Wallner, Leiterin der Stadtbücherei, den Autor, ein  gebürtiger Trillfinger und promovierter Historiker, und freute sich über den guten Besuch der Veranstaltung. Vor ziemlich genau zwei Jahren habe Thomas Faltin bereits mit der Vorstellung seines ersten Romans „Die Nacht von Samhain“, in der ein sprechender Luchs eine der Schlüsselfiguren darstellt, in Haigerloch für Aufmerksamkeit gesorgt, stellte Wallner fest. Die Handlungsorte liegen natürlich immer der Alb.

Faltin stieg mit einem kurzen Gedicht von Friedrich Hölderlin über eine von dessen Albwanderungen in die Lesung ein. Nein, Lesung ist eigentlich nicht das treffende Wort. Der Abend war eher eine gelungene Mischung aus Vortrag, Wortwitz, faszinierenden Fotos, musikalisch untermalt, sowie Sequenzen, in denen die begeisterten Zuschauer sogar mit ins Geschehen einbezogen waren.

So wurde beispielsweise Wissen über Funde aus der Eiszeit abgefragt, dabei richtige Antworten mit einer Schokoladentafel belohnt, und gemeinsam mehrere, eher weniger bekannte Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen.

Die Alb lässt Thomas Faltin nicht mehr los, das wurde an diesem Abend sehr deutlich. 70 bis 80 Mal pro Jahr (!) schafft er es nach eigenen Angaben, diese Landschaft, die es seiner Ansicht nach „mit den faszinierendsten Gegenden der Welt aufnehmen kann“, zu erwandern.

Seine These belegt er mit sechs Argumenten, selbstverständlich mit dazu passenden Aufnahmen illustriert: die Korallenriffe des vormaligen Jurameers, die Höhlen, die Karstquellen, die zahlreichen Ruinen (so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland), der Albtrauf mit seinen Premium-Wanderwegen und schließlich die Kunstwerke des vor zirka 40 000 Jahren eingewanderten Homo Sapiens.

Hier auf der Schwäbischen Alb seien die ersten Kunstwerke der Menschheit überhaupt entstanden; im Original oder als Repliken zu besichtigen in nicht weniger als sechs Eiszeitmuseen, so Faltin.

Dem Rummel der Journalist, Autor und Historiker aber eher aus dem Weg. Faltin liebt weniger bekannte Orte, ist oft zu „Unzeiten“ unterwegs, auch bei Nebel, im Winter, wenn wenig los ist. Er „malt“ mit seinem Fotoapparat, übrigens keine teure Hightech-Kamera, sondern „nur“ eine kompakter Apparat mit einem guten Objektiv.

Die Faszination der Bilder rührt eher vom einfühlsamen Erfassen des Motivs und dem geduldigen Abwarten des richtigen Moments her – und, das betonte er ausdrücklich, er bearbeite die Fotos am Computer auch nach. Anhand einiger ausgewählter Aufnahmen konnte er besonders die Fotografen unter den Besuchern vom Nutzen der Methode überzeugen.

„Die Alb macht glücklich, sie verwandelt einen“, so Faltins Credo am Schluss. Der Funke sprang auch auf die Besucher über, was anhaltender Applaus bewies, und so war es nicht verwunderlich, dass sich viele ihr soeben frisch erworbenes Exemplar gleich noch an Ort und Stelle signieren ließen.

Info Thomas Faltin: „Verborgene Schönheit. Die Schwäbische Alb“, erschienen im Silberburg-Verlag, erhältlich im Buchhandel für 19,90 Euro. (ISBN: 978-3-8425-2040-0)

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