Wer am Dienstag- und Mittwochnachmittags in die naturwissenschaftlichen Räume des Haigerlocher Gymnasiums blickt, findet neuerdings jede Menge wuselnde, mit Schutzbrillen ausgestattete Dritt- und Viertklässler.

Eifrig füllen sie Reagenzgläser, erhitzen Substanzen, notieren Versuchsergebnisse. Ältere Schüler und Schülerinnen leiten die jüngeren souverän an und gehen ihnen zur Hand. Die Lehrer und Lehrerinnen werden nur als Aufsicht im Hintergrund benötigt - Szenen mitten aus dem Experimentiernachmittag am Gymnasium Haigerloch, zu dem alle umliegenden Grundschulen eingeladen waren.

Schüler und Schülerinnen der Klasse 9 und 10, die das Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT) gewählt haben, wurden in diesem Schuljahr zu Naturwissenschaftspaten ausgebildet. Nunmehr sind sie Experten und Anleiter für vier kleine Alltagsexperimente.

Das Nawipat-Projekt wurde bislang an vier Nachmittagen angeboten und die Resonanz der Grundschulen war überaus positiv. Den Kindern machen die Experimente viel Spaß, der Ausflug ans Gymnasium und in den entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten Versuche durchzuführen - das sei sehr beeindruckend.

Die Patenschaft soll bei den Grundschülern die Neugier und Freude am naturwissenschaftlichen Arbeiten wecken; gleichzeitig lernen die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums, in der Rolle der Lehrenden Verantwortung zu übernehmen. Und es wird klar, was es bedeutet, ein guter Anleiter zu sein. Außerdem wird die Kommunikation unter den Schulen ermöglicht. Insgesamt sind zwölf der Nachmittage in diesem Schuljahr geplant, für lediglich zwei gibt es noch Plätze.

Der Austausch unter den Lehrkräften der verschiedenen Schulen wird ebenfalls gepflegt. 13 Kolleginnen aus sämtlichen umliegenden Grundschulen waren kürzlich zu Gast am Gymnasium, um sich in den Hauptfächern über Inhalte, Methoden und Ziele auszutauschen, damit der Übergang von Klasse 4 nach Klasse 5 so reibungslos wie möglich erfolgt. Die Kooperation wird seitens des Gymnasiums von Jutta Wolf organisiert, sie steht außerdem als Expertin für das Fach Englisch zur Verfügung. Vom Gymnasium waren ein Mathe- und eine Deutschlehrerin vertreten.

Das Kooperationskonzept sieht vor, über eine längere Zeit miteinander im Gespräch zu bleiben und sich gegenseitig zu besuchen.