Als Spirituosen- und Trendprodukthersteller sah sich die mittelständische LexXxir GmbH mit Sitz in Haigerloch durch die aktuelle Corona-Pandemie ebenso bedroht wie andere Firmen der Luxusgüterbranche. Durch ihre flexible Struktur sowie mit Hilfe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Regierungspräsidiums Tübingen war es der Firma aber möglich, ihre Produktion schnell auf hochwertiges, hoch dosiertes Händedesinfektionsmittel (freigegebenes Biozid) auf Ethanolbasis (80g pro 100g, 96 vol%) umzurüsten, um damit einerseits das Unternehmen ohne Fördermittel zu erhalten, vor allem aber auch, um die regionalen medizinischen Einrichtungen und Menschen an vorderster Front mit wirksamem und, darauf legt die Firma wert, „fair bepreistem“ Desinfektionsmittel ausstatten zu können.

Qualität zu fairem Preis

„Wir beliefern zur Zeit schon einige Pflegeeinrichtungen, Apotheken und mehrere Stellen in der Krankenversorgung. Das alles gelingt uns zur Zeit noch sehr gut, allerdings wird es zunehmend schwerer, passende Gebinde und hochwertiges Ethanol in ausreichenden Mengen zu bekommen und dabei die Preise niedrig zu halten. Es herrscht auch bei unseren Lieferanten eine zunehmende Knappheit an Rohmaterial“, informiert die LexXxir GmbH in einer Pressemitteilung.

Kooperationen mit Rohstofflieferanten

Derzeit werde geprüft, ob das Unternehmen mit Rohstoffen aus Kooperationen mit Brauereien ethanolbasierte Flächendesinfektionsmittel realisieren kann. Vor allem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen will die Haigerlocher Firma versorgen, denn: „Alleine mit Händedesinfektion wird man in diesen Einrichtungen bei der Dichte an Kranken und gefährdeten Menschen nicht auskommen.“ Des Weiteren informiert die LexXxir GmbH: „Unser Plan für die Zukunft ist es, auch nach der Corona-Krise, im regionalen Bereich den Kontakt mit unseren derzeitigen Kunden zu halten und diese mit unserem Desinfektionsmittel ,Debavilex’ ausstatten zu können.“

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Anspruch: Die Versorgung sicherstellen


Die Produktion von Desinfektionsmitteln bei der Firma LexXxir in Haigerloch läuft auf vollen Touren. Um schnell reagieren zu können und um die erste Versorgung sicherzustellen, werden telefonische Bestellungen im Zollernalbkreis ab einer bestimmten Menge direkt mit dem eigenen Lieferbus ausgeliefert. Geliefert werden Flaschen mit 100 ml, 500 ml und 5000 ml.
Die Bevölkerung kann das Desinfektionsmittel direkt am Bahnhofskiosk/Imbiss „Dampflock“ in Hechingen, (durchs Fenster) erwerben oder in den Getränkemärkten Kommer in Hechingen und Balingen, in der Stadtapotheke Balingen und in der Oberen Apotheke in Haigerloch.

Von der Idee zur Produktion


Corona und die Folgen „Wir rutschen in eine Krise“ – in eine wirtschaftliche. Das war dem Diplomingenieur Hermann Müller von der Firma LexXxir (die üblicherweise Gourmet-, Wein- und Honigperlen produziert) und dessen Schwager Richard Schiek, Wirt der Hechinger Gaststätte „Dampflok“, schnell klar. Zügig entwickelten sie den Gedanken, die Produktion von Spirituosen- und Trendprodukten auf Desinfektionsmittel umzustellen. Wichtig dabei war, vom Regierungspräsidium Tübingen die Zulassung zu erhalten, das Produkt überhaupt herstellen zu dürfen. Das geschah ganz schnell. In der Folge kam es darauf an, die Rohstoffe zu beschaffen. Direkt bei den Herstellen war nichts zu machen, aber am freien Markt konnten Müller und Schiek – wenn auch um einiges teurer – ordern, was benötigt wurde. Die Produktion wurde umgestellt. Mit den nötigen Hilfsmitteln und Maschinen ausgestattet, wird seit einigen Tagen abgefüllt. Dabei gestaltete sich zunächst auch die Beschaffung der Flaschen schwierig, bis man schließlich doch fündig wurde. Von der Idee bis zum Abfüllen der ersten 4000 Liter Desinfektionsmittel dauerte es nur zirka zehn Tage! Darauf sind Müller und Schiek stolz: „Da sieht man mal wieder, dass kleinere Betriebe einfach flexibler sind und sich auch viel schneller auf den Markt einstellen können als große Konzerne.“