Gruol Die Jugendlichen nicht hängen lassen

Mit diesem in der Ortsmitte Gruol aufgestellten Plakat – statt eines Maibaums – macht der Jahrgang 1997/98 auf fehlende Jugendräume aufmerksam. In einem Gespräch zwischen Ortschaftsrat und den Jahrgängern soll nach Lösungen gesucht werden.
Mit diesem in der Ortsmitte Gruol aufgestellten Plakat – statt eines Maibaums – macht der Jahrgang 1997/98 auf fehlende Jugendräume aufmerksam. In einem Gespräch zwischen Ortschaftsrat und den Jahrgängern soll nach Lösungen gesucht werden. © Foto: Wilfried Selinka
Gruol / Wilfried Selinka 12.05.2018
Der Ortschaftsrat Gruol will mit den Jugendlichen der Gemeinde gemeinsam nach einer Jugendhaus-Lösung suchen.

Der Sturz eines auswärtigen jungen Mannes in der Silvesternacht aus einem Fenster im Obergeschoss des Rathauses aus dem dortigen Jugendraum (wir berichteten mehrfach) wird in Gruol weiterhin heiß diskutiert, so auch erneut im Ortschaftsrat am Mittwochabend. Angefacht wurde die Diskussion durch das großformatige Plakat, das in diesem Jahr das Ortszentrum statt eines Maibaumes ziert, was in der Bevölkerung und im Ortschaftsrat kontroverse Reaktionen hervorgerufen hat.

Mit der Aktion will der Jahrgang 1997/98 seine Solidarität mit seinem Schulkameraden unterstreichen, der, da er die Schlüsselgewalt über den Jugendraum hatte, als vermeintlich Verantwortlicher offensichtlich sowohl von der Staatsanwaltschaft wie auch zivilrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden soll. Das kann doch nicht sein, sagt der Jahrgang – deshalb die Solidaritätsaktion. Sie gilt aber nicht nur dem vermeintlich Verantwortlichen, sondern soll Stadt und Ortschaftsrat wachrütteln, sich um die Wiederunterbringung der Jugend in adäquaten Jugendräumen zu kümmern.

„Welche Schritte können wir unternehmen, um den Jugendlichen zu helfen?“, fragte Ortsvorsteher Otto Schneider sein Gremium. Das auch vor dem Hintergrund, dass am kommenden Dienstag die Jugendraumsituation von Gruol und Owingen auf der Tagesordnung des Haigerlocher Gemeinderats steht. Die Stadt will nämlich Jugendräume nur noch dann zur Verfügung stellen, wenn sich – wie in anderen Stadtteilen – ein „Förderverein Jugendhaus“ gründet, der über die Hausordnung und die Öffnungszeiten wacht.

Klar ist dem Ortschaftsrat, dass er keinen Einfluss auf die eingeleiteten Ermittlungen gegen den Jugendlichen nehmen kann und es nur darum geht, eine Lösung für die Jugendlichen zu finden. Da keine gemeindeeigenen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, wurden aus dem Gremium Containerlösungen vorgeschlagen. Auch wurde in Erwägung gezogen, dass die Stadt  das Pfarrheim kauft, das die Kirchengemeinde veräußern will.

Andrea Gathmann schlug vor, mit den Verantwortlichen der Plakataktion zu sprechen und sie mit ins Boot zu nehmen. Sie sollen darlegen, welche Gedanken sie sich in Sachen Jugendhaus gemacht haben, wie dieses in Zukunft geführt werden soll und ob sie sich vorstellen können, in einem Verein Verantwortung zu übernehmen. Als Termin einigte sich der Ortschaftsrat auf Mittwoch, 6. Juni. Dazu soll der Jahrgang 1997/98 schriftlich eingeladen werden.

Anliegerin wehrt sich gegen Hundepension

Eine Anliegerin wehrte sich in der Sitzung des Ortschaftsrates gegen die sich im Aufbau befindliche Hundepension in Gruol wegen des bereits jetzt hohen Lärmpegels und der Verunreinigung von Grundstücken. Sofern das Landratsamt die Genehmigung erteilt, können dort bis zu 25 Hunde aufgenommen werden. Im Zuge der Nachbaranhörung kann die Anwohnerin bei den zuständigen Behörden ihre Einwände geltend machen.

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