Gruol Den Hunderettern geht die Arbeit nicht aus

Nadine Klaus mit ihren aus Ungarn geretteten französischen Bulldoggen-Hündinnen Judy, Babsi und Bärbel. Sie haben sich sichtlich erholt.
Nadine Klaus mit ihren aus Ungarn geretteten französischen Bulldoggen-Hündinnen Judy, Babsi und Bärbel. Sie haben sich sichtlich erholt. © Foto: Claudia Renz
Gruol / Claudia Renz 13.10.2018

Vor einem Jahr gründete die Geislingerin Nadine Klaus die Villa Hundebunt in Gruol, um sich mit vielen Ehrenamtlichen um gequälte und vernachlässigte Vierbeiner aus Ungarn, Spanien und Deutschland zu kümmern. An diesem Wochenende stehen die Türen in der „Hundevilla“ für Besucher offen. Nadine Klaus und ihre Unterstützer informieren dann über ihre ehrenamtliche Arbeit.

Seit Jahren boomt das Geschäft mit billigen „Rassehunden“ aus dem Ausland. Die Tiere werden teils auf Parkplätzen verkauft, teils im Internet angeboten, oftmals viel zu früh von der Mutter getrennt und unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Egal, ob in Ungarn, Rumänien, Polen oder Deutschland. Immer wieder decken Tierschützer solche Hundevermehrungsanstalten auf, in denen Tiere gequält, schlecht gehalten oder als reine Gebärmaschinen benutzt werden.

Schlimme Schicksale

Unlängst hat Nadine Klaus drei französische Bulldoggen, die als solche Gebärmaschinen in kleinen verdreckten Käfigen ohne Tageslicht nur dazu da waren, möglichst viele Welpen zu bekommen, aus Ungarn gerettet. „Es war nicht einfach, aber wir haben es geschafft“, freut sich die Geislingerin.

Judy, Bärbel und Babsi heißen die drei Neuzugänge, die sich in der kurzen Zeit zwischen ihren weiteren Artgenossen schon sehr wohl fühlen. Besonders schlimm war der Zustand von Judy, deren aufgekratzte Haut mit einem Mäntelchen geschützt ist. „Judy war am schlimmsten dran, die Ohren von Milben und Bakterien befallen und ein Auge ist trüb“, berichtet die Tierschützerin.

Die drei Bulldoggenmädels hatten großes Glück aus ihrem qualvollen Dasein in Ungarn ins Schwabenland zu kommen. „Innerhalb von einer Woche freundete sich Judy mit Mischling Pepper an, es ging ihr verhältnismäßig schnell besser und sie kann ihr neues Leben bei uns genießen“, freut sich Nadine Klaus.

Zur Zeit beherbergt die Villa Hundebunt 15 Hunde vorwiegend aus Spanien und Ungarn. Aber auch deutsche Besitzer bringen ihre Tiere wegen Umzug, Allergien oder aus sonstigen Gründen nach Gruol. Die Hundehüterin wird außerdem  gerufen, wenn die Polizei Fundhunde aufgreift. Sie bietet auch denen einen Platz.

Jedes Hundezimmer hat einen Zugang ins Freie und ein Auslaufgehege. Mit einem großen Anhänger werden die Tiere täglich zum Auslaufplatz oberhalb des Haldenhofs gebracht, wo sie sich auf dem 5000 Quadratmeter großen Pachtgrundstück nach Herzenslust austoben dürfen, um dann in der Hundeschule das nötige Training zu bekommen. „Ohne Führung geht gar nichts“, bestätigt die 34-Jährige. Sie vermittelt ihr Fachwissen interessierten Hundebesitzern immer mittwochs auf dem Freigelände.

Gegenseitiges Beschnuppern

Hier treffen sich die neuen Herrchen und Frauchen mit ihren zukünftigen Mitbewohnern, um sich gegenseitig zu beschnuppern und herauszufinden, ob sie gut zusammenpassen oder auch nicht. Dies ist die Grundvoraussetzung, zur Vermittlung eines Tieres aus der Hundevilla, um ganz sicher zu gehen, dass die Gemeinschaft zwischen Mensch und Tier möglichst lange dauert.

Wer die vierbeinigen Bewohner schon im Vorfeld ansehen möchte, findet alle zu vermittelnden Hunde mit Beschreibung und teilweise auch mit Video, auf Facebook.

Weitere Projekte stehen an

Nadine Klaus, ihr Lebensgefährte Benni Sattler und ihre zwölf Ehrenamtlichen haben im vergangenen Jahr fast jede freie Minute für ihre geliebten Vierbeiner geopfert.

Ihre ganze Freizeit steckten sie in den Umbau des Hauses und des Freigeheges, in die Hege und Pflege der Hunde, die tägliche Reinigung der Tiergehege, die Hundeschule und die Betreuung der Menschen, die sich für eines der Tiere interessieren. Auf mehreren Märkten betrieben sie zudem Öffentlichkeitsarbeit und sammelten Spenden für ihre Herzenssache.

In nächster Zeit steht mit der Erneuerung von mehreren hundert laufenden Metern Zäunen, dem Bau eines Welpen- und Junghundegeheges und einer Solaranlage noch viel Arbeit an. Alles wird in Eigenleistung gemacht und freiwillige Helfer werden ganz dringend gesucht.

Heute und morgen ist Tag der offenen Tür

Rundgang An diesem Wochenende können sich die Besucher selbst ein Bild machen und sich an zahlreichen Ständen informieren. Die Hunde, die ein neues Zuhause suchen sind ebenfalls da. Vom Grundstück oberhalb des Haldenhofes in Gruol fährt ein Shuttle Bus, der die Besucher zum Rundgang der verschiedenen Hundebereiche bringt. Es wird bewirtet. Der gesamte Erlös kommt zu 100 Prozent den Hunden zugute. Nadine Klaus und ihr Team freuen sich auf viele Besucher, die am Samstag, 13. Oktober, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag 14.Oktober, von 11 bis 17 Uhr willkommen sind.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel