Unter dem Titel "Das Haag von Sinnen" werden am Samstag, 20. Juli, historische Fotos aus dem Archiv des Fotohauses Weber der früheren jüdischen und christlichen Bewohner auf die Hausfassaden des eheamaligen jüdischen Viertels Haag projiziert. Das Konzept der Präsentation wird vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg zusammen mit rund 40 Haigerlocher Schülerinnen und Schülern im Laufe dieser Woche erarbeitet. Das Projekt wird auch durch den Verein Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch, der Stadt und den beiden Haigerlocher Schulen unterstützt. Gefördert wird es zudem vom Leo-Baeck-Programm der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

Während dieser Woche beschäftigen sich zehn Gruppen mit jeweils vier Schülern und Schülerinnen in Workshops mit den unterschiedliches Facetten jüdischer Geschichte und jüdischen Brauchtums. Sie beleuchten dabei genauso Lebensweisen und Traditionen wie auch den Alltag in jüdischen Familien und das Zusammenleben von Juden und Christen vor 1933. Interssant ist in diesem Zusammenhang die Aussage von Ruth Ben-David, Tochter des Lehrers Spier und einzige Überlebende der Familie Spier aus Haigerloch: "Die Haigerlocher haben nie ihre Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde verleugnet".

Eine weitere Schülergruppe beschäftigt sich beispielsweise mit der alten Viehhändlersprache und wertet dabei historische Ton-Dokumente aus. Ein besonderer Höhepunkt für diese Gruppe war gestern ein Gespräch mit Dr. Fredy Kahn. Dessen Vater, ein Viehhändler aus Baisingen, hat die Shoah überlebt.

Andere Schüler widmen sich dem koscheren Essen, unter anderem auch der Zusammensetzung koscherer Gummibärchen.

Eine große Veranstaltung am Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr, ist Abschluss der Projektwoche. Dann gibt es Projektionen, Klänge, Theater und Geschichte(n): Ein Klangteppich unterstützt die Bilder, die vom Lebensalltag im Haag zeugen. Ältere und jüngere Haigerlocher erzählen an authentischen Orten von den Menschen und ihren eigenen Erinnerungen. Das Programm startet mit einem Empfang um 20 Uhr an der ehemaligen Synagoge. Dort werden szenische Darbietungen, Lesungen und Musik geboten. Ein Imbiss und Getränke stehen bereit, die junge Band "NYX" spielt live.

Info Der Eintritt zu der gesamten Veranstaltung ist frei.