Horb Cro und Kraftklub machen Mini-Rock groß

Cro auf der Bühne in Horb.
Cro auf der Bühne in Horb. © Foto: HZ
Horb / JUDITH MIDINET 07.08.2012
Bestes Wetter, gut gelaunte Festivalbesucher und ein Lineup, dass mit den ganz großen Festivals mithalten kann. Die Organisatoren des Mini-Rock Festivals ziehen ein durchweg positives Fazit.

 Mini war einmal. Zum ersten Mal war das Mini-Rock-Festival ausverkauft. An zwei Tagen feierten 10.000 Festivalbesucher im Horber Industriegebiet. Einer der Gründe war sicherlich die gute Spürnase der Organisatoren bei der Auswahl der Bands. Neben altbewährten wie den Emil Bulls, Boysetsfire oder auch K.I.Z., spielten auch die Senkrechtstarter Cro und Kraftklub.

Der Freitagabend gehörte definitiv dem Hip-Hop-Sänger Cro. Viele seiner Fans trugen Pandamasken und versuchten sich einen Platz in den vordersten Reihen zu ergattern. Er war sicherlich mit ein Grund, warum viele Kurzentschlossene sich noch das ein oder andere Ticket gekauft haben. Mit seinen Hits „Easy“ oder „Du“ hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite.

Wer gerne sein Tanzbein schwingt, war bei Yakuzi auf der Zeltbühne richtig. Mit ihrer Symbiose aus Punkrock und Ska wurde die Band in kurzer Zeit eine der erfolgreichsten Trompetenpunkbands in Deutschland.

Headliner des ersten Tages waren die Jungs der US-amerikanischen Band „ Boysetsfire“. Unter die brachialen Gitarrenklänge mischt sich die Stimme des Sängers, die zwischen Schreien, Wispern, Melodie und purem Rock'n'Roll wechselt. Auch der zweite Festivaltag stand den großen Rock-Open-Airs in nichts nach : Auf Itchy Poopzkid folgten Kraftklub und die Berliner Hip-Hop-Formation von K.I.Z.

Am späten Nachmittag stürmten Itchy Poopzkid die Bühne. Ihre Bekanntheit verschaffte ihnen einen prall gefüllten Bühnenbereich mit viel feierfreudigen Fans, die sich innerhalb einer guten Stunde allesamt wohl dank der vielen Pogokreise zahlreiche blaue Flecken zugezogen haben

Die Gruppe „Kraftklub“ war im vergangenen Jahr noch von vielen verschmäht worden. Nun gehören sie zu den großen Acts und genossen den gewaltigen Publikumsandrang beim Mini-Rock. Mit ihren Hits wie „Ich will nicht nach Berlin“ oder „Zu Jung“ sang die Menge lautstarke mit.

K.I.Z. sind bekannt für ihre verrückten Shows. Mit Tarnanzug und Flammenwerfer, aus dem zum Glück nur Stickstoff kommt, betreten sie die Bühne. Ihre Songs sind diskussionswürdig und auch die Ansagen an die Fans, sich martialisch zu verletzen, fragwürdig. Wie gewohnt, eben Provokation pur.

Die Organisatoren des Horber Mini-Rock machen freilich weiter und hoffen, dass sich auch im nächsten Jahr ein Platz für das gereifte Festival findet. Noch ist nämlich nicht klar, wo das Open-Air 2013 stattfindet. Erste Gespräche mit der Stadtverwaltung habe es bereits gegeben, hieß es am Ende des Festivals. Man darf gespannt sein und den Mini-Rockern die Daumen drücken. Bis es wieder heißt: Auf eine neues Mini-Rock am 2. und 3. August 2013.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel