Owingen Bürgerverein wird am 16. April gegründet

Rege war das Interesse auch bei der zweiten öffentlichen Veranstaltung zur Ortsentwicklung Owingen im Sportheim. Norina Flietel (stehend) erläuterte die Ergebnisse des Entwicklungskonzepts und der Fördermöglichkeiten.
Rege war das Interesse auch bei der zweiten öffentlichen Veranstaltung zur Ortsentwicklung Owingen im Sportheim. Norina Flietel (stehend) erläuterte die Ergebnisse des Entwicklungskonzepts und der Fördermöglichkeiten. © Foto: Wilfried Selinka
Owingen / Wilfried Selinka 07.03.2018
Zum zweiten Mal hat eine Bürgerwerkstatt zur Ortsentwicklung stattgefunden. Es soll ein Bürgerverein gegründet werden.

Zum zweiten Mal hat eine Bürgerwerkstatt zur Zukunft der Ortsentwicklung in Owingen stattgefunden. Sie stieß auf großes Interesse: Neben dem Ortschaftsrat waren rund 40 Bürger im Sportheim.

Seit der ersten Bürgerwerkstatt Anfang November sei einiges gegangen, sagte Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder. So konnten Norina Flietel und Timo Kugler von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS) die Ergebnisse des Ortsentwicklungskonzepts vorstellen.

Norina Flietel fasste die sechs Leitsätze zusammen, die in der Bürgerwerkstatt für die Zukunft Owingens erarbeitet wurden. Dazu gehören die Bereiche Soziales und Bildung, Einzelhandel und Nahversorgung, Wirtschaft und Arbeit, Freizeit, Erholung und Ehrenamt sowie bauliche Entwicklung und Verkehr. Diese umzusetzen erfordere mindestens fünf bis zehn Jahre, stellte Norina Flietel klar.

Das Ortsbild sei geprägt, so Norina Flietel, von einem Ortskern mit Mischnutzung, ungeeigneten Grundstückszuschnitten und wenig Grünflächen. Dies habe aber Potential für eine geordnete Nachverdichtung. Positiv bewertet wurde beim Thema Infrastruktur, dass es ein Rathaus, einen Kindergarten, eine Grundschule, eine öffentliche Bücherei und ein Jugendhaus gibt. Es fehlen allerdings eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Metzgerei. Ausbaufähig sei die Zahl von drei Gaststätten im Ort, wichtig der Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze. Ein Pluspunkt für Owingen ist der große Freizeitwert durch die hohe Zahl an Vereinen und das große Gemeinschaftsgefühl. Dies spricht auch dafür, dass sich einige Ansätze umsetzen lassen, zum Beispiel die Gründung eines Bürgervereins mit Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen könnten sich dann mit den Themen bauliche Entwicklung und Wohnen, Nachbarschaftshilfe, Verbesserung der Nahversorgung oder der gewünschten durchgängigen Fußgängerverbindung entlang der Hauptstraße beschäftigen. Norina Fietel präsentierte auch zwei Varianten der Förderung durch das Land. Eine Möglichkeit ist die flächenhafte Förderung. Dabei legt die Stadt ein Sanierungsgebiet fest und fördert unter anderem die private Sanierung von Wohnungen oder den Abbruch von Gebäuden. Die zweite Möglichkeit bietet auch eine flächenhafte Förderung von Modernisierungen. Zusätzlich hat man hier die Möglichkeit, Steuern erhöht abzuschreiben und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) zu nutzen. Bei der zweiten Förderungsvariante sind kommunale Maßnahmen ausgeschlossen. Für beide Varianten sind die Anträge bis Ende Oktober 2018 beim Land über das Regierungspräsidium zu stellen. Bis Frühjahr 2019 wird über die Förderung entschieden. Der Förderrahmen in Owingen würde wohl bei zwei Millionen Euro liegen. Wird dieser genehmigt, könnte ab 2019 mit der Umsetzung begonnen werden.

Bürgermeister Heinrich Götz sprach von einem „gewissen Charme“ bei ELR-Projekten für Wohnungsmodernisierungen und die Wirtschaftsförderung.  Letztlich komme es aber immer auf die „pfiffige Idee einer Kommune“ an, die dem Land gefällt und dann als förderungswürdig erklärt wird. Bürger Hans Volm sah das Problem in Owingen bei den vielen alten und teilweise auch leerstehenden Gebäude im Ortskern. Über ein Sanierungsgebiet sollte daher ein Planungskonzept erstellt werden.

Der Ortschaftsrat sprach sich für die erste Förderungsvariante mit der Festlegung eines Sanierungsgebietes aus. Diese Empfehlung geht an den Gemeinderat, der in seiner Sitzung am 20. März darüber abstimmen wird.

Bereits im Vorfeld der Bürgerwerkstatt hatten sich Hans Volm und Steuerberater Gustav Schmoll mit der Gründung eines Bürgervereins beschäftigt. Eine ausgearbeitete Satzung liegt schon vor. Hans Volm übernimmt den Vorsitz, bis der Verein steht. Die Gründungsversammlung findet am Montag, 16. April, statt.

20.

März: Der Gemeinderat Haigerloch wird darüber entscheiden, ob er der Empfehlung des Ortschaftsrats folgt und sich für die Förderungsvariante mit Sanierungsgebiet entscheidet.

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