Owingen Bürgerverein sieht Neubau als Lösung

Im Januar brannte es im alten Owinger Pfarrhaus. Seitdem ist die Katholische öffentliche Bücherei heimatlos und auch die Jugendlichen haben ihren Treffpunkt verloren. Aber inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab.
Im Januar brannte es im alten Owinger Pfarrhaus. Seitdem ist die Katholische öffentliche Bücherei heimatlos und auch die Jugendlichen haben ihren Treffpunkt verloren. Aber inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab. © Foto: Owinger Bücherei
Owingen / Wilfried Selinka 20.06.2018
In Owingen wird über den Vorschlag diskutiert, den Kindergarten abzureißen und in einem Neubau auch die Bücherei und ein Bürgercafé unterzubringen.

Der vor zwei Monaten neu gegründete Bürgerverein Owingen stellte im Ortschaftsrat am Montag seine Überlegungen zur Dorfentwicklung vor. Von der Tatsache, dass der Gemeinderat das gesamtstädtische Entwicklungskonzept, das für die Ausweisung eines Sanierunggebietes nötig gewesen wäre, abgelehnt hat, lasse sich der Bürgerverein nicht entmutigen, hieß es. Für Owingen komme die Ausschreibung für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) 2019 gerade recht, stellte Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder fest.

Damit habe das Land ein umfassendes Förderangebot für die strukturelle Entwicklung ländliche Gemeinden geschaffen. Gefördert werden laut Ausschreibung Projekte, die Ortskerne erhalten und zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten darin ermöglichen sollen. Projektträger und Zuwendugnsempfänger können neben den Kommunen auch Vereine, Unternehmen und Privatpersonen sein. Um eine Antragstellung bis September vorzubereiten, wollen sich der Ortschaftsrat und Vertreteren des Bürgervereins bald mit Stadtkämmerer Timo Müller zusammensetzen.

„In drei Sitzungen seit Mitte April hat sich die Vorstandschaft des neugegründeten Bürgervereins Owingen um drei dringende Probleme gekümmert“, so Vorsitzender Hans Volm. Diese Probleme sind: Die Innenentwicklung im Quartier Haupt-, Alte Kirch- und Rathausstraße gegenüber dem Rathaus, die Neuschaffung von Jugendräumen und katholischer Bücherei mit Kindergarten.

Wichtig sei es, für bestimmte Projekte die Zustimmung des Gemeinderats zu erhalten. Deshalb wolle sich der Bürgerverein  auch im Gemeinderat vorstellen.

So wird von der Verwaltung im Zuge der Verlagerung einer landwirtschaftlichen Maschinenwerkstatt mit Lagerplatz ein Grundstück im Bereich des Gewerbegebietes „Neue Äcker“ angeboten, weil vom Besitzer der Werkstatt ein Interesse besteht, auszusiedeln. Der nächste Schritt in diesem Quartier wäre, nicht mehr bewohnte Gebäude aufzukaufen, wobei dem Bürgerverein vorschwebt, diese Gebäude abzureißen, um einen „neuzeitlichen Mittelpunkt in der Ortsmitte“ zu schaffen, etwa mit altersgerechten Wohnungen sowie Grünflächen. Hierzu müsste ein Investor gefunden werden.

Weiter beschäftigte sich der Bürgerverein mit der Suche nach einem neuen Jugendraum, nachdem die bisherigen Räume im alten Pfarrhaus im Januar durch einen Brand zerstört wurden. „Hier müssen wir rasch handeln, bevor die jetzigen Jugendlichen als Eltern Kinderwagen durch den Ort schieben“, so Volm.

Er berichtete von einem Treffen mit den Jugendlichen zusammen mit Verantwortlichen aus Stadt- und Ortschaftsverwaltung. Danach ist es Ziel, ein neues Jugendhaus auf einer gemeindeeigenen Fläche direkt neben dem Rathaus zu erstellen. Dabei war von einem Kostenaufwand von 120 000 Euro die Rede, wozu der Gemeinderat allerdings noch seine Zustimmung geben muss. Für 23. Juli kündigte Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder die Vereinsgründung „Jugendhaus“ an.

Das dritte Projekt ist die Bücherei samt Kindergarten. Beide sind in kirchlicher Trägerschaft. Die Bücherei war ebenfalls im alten Pfarrhaus untergebracht und ist seit dem Brand heimatlos.  Hier stellt sich der Bürgerverein vor, den Kindergarten abzureißen und einen zeitgemäßen Neubau zu errichten, in dem Ganztagesbetreuung möglich wäre und auch die Bücherei sowie ein Bürgercafé mit untergebracht werden könnte. Der größte Haken daran. Das Kindergartengebäude steht unter Denkmalschutz. Auch sei das Gebäudekonzept der Seelsorgeinheit Eyachtal-St Anna Haigerloch noch nicht abgesegnet. Der  Pfarrgemeinderat und der Bürgerverein haben bereits an Erzbischof Stephan Burger vom Ordinariat in Freiburg geschrieben mit der Bitte, das Gebäudekonzept zu genehmigen.

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