Haigerloch/Rangendingen/Grosselfingen / Andrea Spatzal  Uhr
Die Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern begrüßt die Ankündigung des Regionalverbandes Neckar-Alb, die Planungen für den Windpark „Hohwacht“ abzubrechen.

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Hohenzollern“ atmet auf. Alles deutet darauf hin, dass der Regionalverband Neckar-Alb heute Abend die Pläne zur Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraft ergebnislos abbricht. Vertreter der Bürgerinitiative werden in der Verbandssitzung am Dienstagabend in Dußlingen vertreten sein, um nochmals Flagge zu zeigen.

Insbesondere die Planungen für einen großen Windpark mit um die 15 bis 18 Windindustrieanlagen von mehr als 300 Meter auf der „Hohwacht“ zwischen Haigerloch, Rangendingen und Grosselfingen werden aus Gründen des Naturschutzes nicht weiterverfolgt. „Es freut uns zu sehen, dass die Hohwacht als ein wertvoller Naturraum mit vielen geschützten Vogelarten bestätigt wird“, kommentierte der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Alexander Edele, die Ankündigung des Regionalverbandes.

In dem vom Gemeinderat Haigerloch in Auftrag gegebenen Artenschutzgutachten konnten in dem Planungsgebiet „Hohwacht“ streng geschützte windkraftsensible Arten wie Rotmilan und Schwarzstroch gutachterlich eindeutig nachgewiesen werden. „Es war gut, dass der Gemeinderat die Initiative ergriffen hat“, betont Alexander Siedler, einer der Gründer der BI. Dieses aussagekräftige Artenschutzgutachten, aber auch die starke Beteiligung der Bürger sei der BI Gegenwind bei ihrer Arbeit sehr hilfreich gewesen: 11 000 Einwendungen gegen den Windkraft-Standort „Hohwacht“ wurden im Mai 2017 in Mössingen an die Geschäftsstelle des Regionalverbandes übergeben.

Die Initiatoren und Aktiven der BI sehen sich in ihrer Arbeit bestätigt. „Unser Ziel war und ist es, die Zerstörung eines einzigartigen Naturwaldgebiets zu verhindern und auf den Schutz unserer Heimat, ihrer Tiere und der Gesundheit der Menschen zu drängen“, stellt Alexander Siedler fest. „Auch wenn die Hohwacht jetzt sicher scheint, bleiben wir wachsam und unterstützen unsere Mitstreiter in Winterlingen/Bitz und in anderen Orten unserer Region tatkräftig“, betont er.

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Hohenzollern“ fordert nach wie vor eine bundesweite 10H-Regelung wie in Bayern (das Zehnfache der Windrad-Gesamthöhe als Mindestabstand zu Wohngebieten).

Mitglieder und Aktionen in ganz Hohenzollern

Die Bürgerinitiative „Gegenwind Hohenzollern“ wurde im Frühjahr 2017 gegründet, kurz nachdem erste Planungen des Regionalverbands Neckar-Alb bekannt wurden, ein Windindustriegebiet in der „Hohwacht“ zwischen Haigerloch, Rangendingen und Grosselfingen zu errichten. Sie hat Mitglieder aus der ganzen Region Hohenzollern und informiert die Bürger regelmäßig über Fragen der Windindustrie und der Energiewende. Im Mai 2017 half sie mit, mehr als 11.000 Einwendungen gegen die Windindustrieplanungen beim Regionalverband Neckar-Alb zu organisieren. Sie hat den Beschluss des Gemeinderates der Stadt Haigerloch unterstützt, ein unabhängiges Artenschutzgutachten eigenständig in Auftrag zu geben.