Die achtköpfige Haigerlocher Schulband verstand es, dem Finale des Regionalwettbewerbs "Jugend debattiert" am Mittwoch in der Aula im Schulzentrum die Spannung und Aufregung mit Klassikern der Rockmusik zu nehmen. Schulleiter Helmut Opferkuch freute sich, dass Haigerloch unter den sechs Gymnasien als Finalstandort ausgewählt wurde, und über die rege Teilnahme von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Lehrkräften als Zuhörer. Er dankte besonders den beiden Haigerlocher Pädagoginnen Kerstin Gotthardt und Janine Hammer, die auf Haigerlocher Seite die Veranstaltung vorbereitetet hatten. Besonders stolz zeigte sich Opferkuch, dass unter den acht Juroren der frühere Haigerlocher Abiturient und Bundesfinalist mit einem 4. Platz in Berlin, Simon Drescher, weilte. Drescher, inzwischen 22 Jahre alt, studiert an der Eberhard-Karl-Universität in Tübingen Rhetorik und ist auch bereits als Rhetorik-Trainer unterwegs.

Für das Gymnasium Haigerloch traten in der Qualifikation im Regionalwettbewerb in der Sekundarstufe 1 (Klasse 8 bis 10) Johanna Fischer, Haigerloch, Maximilian Rath, Stetten, Theresa Burkhardt, Bittelbronn, und Cem Özan, Rangendingen, an. Leider schaffte es keiner, bis in das Finale vorzustoßen.

So eröffneten die Finaldebatte der Sekundarstufe - nachdem Susanne Thoma-Hass als Koordinatorin einige Verhaltensregeln bekanntgegeben hatte - Patrick Lohmüller und Marie Müller vom Karl-von-Frisch-Gymnasium Dußlingen sowie Bleona Kelmendi, Gymnasium Hechingen, und Line Ladner, Quenstedt-Gymnasium Mössingen.

Dabei waren Ausdrucksvermögen, Gesprächsverhalten, Sachkenntnis und Überzeugungskraft gefragt beim Thema: "Sollen Jugendliche ab 16 Jahren Mobiltelefone besitzen und benutzen dürfen?" In einer vorherigen Zuhörerumfrage war die Frage mehrheitlich verneint verneint.

Patrick Lohmüller und Marie Müller setzten sich vehement für ein Verbot ein und wiesen dabei unter anderem auf die Gefahren für Kinder und Jugendliche durch Fotos, Internet, Facebook und Twitter bis zum "Tod der persönlichen Kommunikation" hin. Den Nutzen in Notfällen, den verantwortungsvollen Umgang durch den Hinweis der Eltern und Schulen sowie das Handy als heutiges Beziehungsmedium wurden von Bleona Kelmendi und Line Ladner als Gegenarmunte ins Feld geführt. Für die Jury waren letzlich nicht die ausgetauschten Argumente am wichtigsten, sondern das individuelle Auftreten der Debattanden.

So wurde der Hechinger Gymnasiastin Bleona Kelmendi aus Bisingen hohe Sachkenntnis bescheinigt, ebenso wurde ihre Art der Herausforderung von Gegenargumenten gelobt. Deshalb wurde sie zur Siegerin in der Sekundarstufe 1 und damit zur Teilnahme am Landeswettbewerb erklärt. Die weiteren Plätze belegten Marie Müller, Line Ladner und Patrick Lohmüller.

In der Finaldebatte der Sekundarstufe II (Kursstufe 1 und 2) ging es um die Frage: "Sollen in unserer Stadt Straßen, die nach politisch umstrittenen Personen der Zeitgeschichte benannt sind, umbenannt werden?" Im Pro setzten sich mit guten Sachargumenten Leonie Ott, Gymnasium Hechingen, und Robin Franke, Johannes-Kepler-Gymnasium Reutlingen, für die Umbenennung ein, während sich David Preute, Firstwald-Gymnasium Mössingen, und Ludwig Stumpp für die Beibehaltung mit zusätzlichen Informationen über die Personen einsetzten.

Auch bei den älteren Gymnasiasten hatte es die Jury nicht leicht. Auf dem 1. Platz landete Robin Franke als ruhiger und sachlicher Debatter mit gutem Ausdruck und starker Wortwahl, gespickt mit einem Schuss Humor. Die weiteren Plätze belegten David Preute, Leonie Ott und Ludwig Stumpp. Auch Rhetoriker Simon Drescher gab den Finalteilnehmern noch einige gute Tipps mit auf ihren weiteren Debattier-Weg.