Henry Schwab, geboren 1920 und in Haigerloch aufgewachsen, musste 1937 aus Deutschland fliehen. Heute lebt er 94-jährig in New York. Nun hat sein Enkelsohn Jason Danielak aus Phoenix/ Arizona Haigerloch besucht.

Bereits 2003 war Jason Danielak als Jugendlicher mit seinem Großvater und weiteren Verwandten nach Haigerloch gekommen, um die Eröffnung der ehemaligen Synagoge als Begegnungs- und Gedenkstätte mitzuerleben. Nun kam er wieder. Als Student der Architektur galt sein besonderes Interesse den früheren Synagogen, zum Beispiel auch in Hechingen, und überhaupt der Verbindung historischer Bausubstanz mit moderner Architektur und heutiger Nutzung. Außerdem hatte Jason Danielak die heutige, vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg gestaltete Dauerausstellung "Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern" in der ehemaligen Synagoge Haigerloch noch nicht gesehen, denn diese war erst 2004 eröffnet worden. Besonders freute ihn, dass ein Raum der Dauerausstellung seinem Großvater Henry Schwab gewidmet ist: mit dem Zitat: "My little former Heimatsort".

In der vergangenen Woche besuchte auch eine Gruppe US-amerikanischer Austauschschüler des Gymnasiums Hechingen die ehemalige Synagoge Haigerloch. Die begleitenden Lehrkräfte Sonja Langenstein und Harald Weisshaar hatten ein Programm mit dem Besuch mehrerer Gedenkstätten in der Region, darunter die Alte Synagoge Hechingen und die Gedenkorte in Bisingen, vorbereitet.

In dieser Woche erwartet der Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch Israelische Studentinnen und Studenten, die im Rahmen des Israel-Programms 2015 der Universität Tübingen unter der Leitung von Volker Schmidt ebenfalls mehrere Gedenkstätten in der Region besuchen.