Die Arbeit der Schulsozialarbeiter an den drei Haigerlocher Schulen wurde jetzt erstmals im Gemeinderat vorgestellt. Viola Höffner und Matthias Mühr sowie Teamleiter Udo Bartsch stellten sich und die Jugendhilfeeinrichtung "Haus Nazareth", Sigmaringen, vor. Über ihre Berichte gab es im Gemeinderat nur positive Stimmen. Stadträtin Kristin Koschani-Bongers nannte Viola Höffner und Matthias Mühr "einen Glücksfall für Haigerloch". Bürgermeister Heinrich Götz stellte fest, mit dem Haus Nazareth habe man einen guten Kooperationspartner gefunden.

Matthias Mühr ist seit fünf Jahren hauptsächlich an der Werkrealschule Stetten tätig. Viola Höffner betreut seit dem Schuljahr 2013/14 sie Realschule und das Gymnasium. Beide stellten ihre Aufgaben und Aktivitäten als Anlaufstelle für Schüler, Lehrkräfte und Eltern dar. Die beiden Schulsozialarbeiter haben viel zu tun. Im Schuljahr 2013/14 wurden an der Realschule und am Gymnasium 245 Gespräche, an der Werkrealschule 124 geführt. Neben Einzelgesprächen werden Aktivitäten mit Gruppen und Klassen angeboten. Als Beispiel nannte Viola Höffner ein Projekt zur Förderung der Klassengemeinschaft in einer fünften Klassen. In neun Doppelstunden seien Themen wie Kennenlernen, Wohlfühlen, Selbstvertrauen, Teamwork und, in Zusammenarbeit mit der Polizei, Medienkompetenz behandelt worden. Auch bei einem von rund 90 Eltern besuchten Informationsabend klärte die Polizei über die Gefahren im Internet und bei der Handynutzung auf. Außerdem zeichnet die Schulsozialarbeit für Mini-Schullandheime, Streitschlichterseminare, Selbstbehauptungs- und Jugendbegleiterkurse verantwortlich. Unter anderem fand in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit Bisingen ein zweitägiges sozialpädagogisches Seminar für Mädchen unterschiedlichen Alters statt. Ziel war es, die Persönlichkeit der Mädchen zu stärken. Dieses Jahr sollen ähnliche Themen auch in einem Seminar für Jungen aufgegriffen werden. Auch bei der Berufsfindung und im Bewerbungstraining würden die Schüler unterstützt. Regelmäßig tausche man sich mit den Schulleitungen, Beratungslehrern und der Krisenbeauftragten aus, erklärte Höffner. Ebenso finde regelmäßig ein Austausch mit dem Haigerlocher Kinder- und Jugendbüro statt.

Viola Höffners Fazit für die Realschule und das Gymnasium: "Nach Ende des ersten Schuljahres an den beiden Schulen ist es gelungen, die Schulsozialarbeit als einen Teil des Schullebens zu betrachten."

Von "vielen positiven Ansätzen" an der Werkrealschule Stetten berichtete auch Matthias Mühr. Im Zuge der Ganztagesbeteuung sei durch die Schulsozialarbeit ein "Schülercafé" eingerichtet worden, das mit Tischkicker und Billard ausgestattet ist und den Schülern in der Mittagspause eine Rückzugsmöglichkeit bietet.

Auch Mühr berichtete von der Streitschlichterausbildung, einem Selbstbehauptungskurs für Mädchen und erstmals einem "Girls- und Boys-Day" zur Berufsfindung: Mädchen konnten typische Männer-, Jungs typische Frauenberufe kennenlernen.

Seit der Einrichtung der Verbundschule "Eyachtalschule" bestehe ein enger Kontakt zu Realschule und Gymnasium, so Mühr. Seit vor zwei Jahren die verlässliche Grundschule in Gruol eingerichtet wurde, ist das Haus Nazareth auch dort tätig. Zwei FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr) seien in die Früh- und Mittagsbetreuung, in die Sprach- und Leseförderung sowie in die Hausaufgabenbetreuung mit eingebunden.