Insgesamt gibt es etwa 14500 Studiengänge, eine schier unmögliche Aufgabe, in diesem Dschungel an Angeboten für junge Menschen die richtige Wahl zu treffen. Damit die Schüler und Schülerinnen der Kursstufe des Gymnasiums Haigerloch die besten Voraussetzungen haben, hat die BoGy-Beauftragte der Schule, Stephanie König-Lohr, die Talentschmiede der "NaturTalentStiftung" zu Hilfe gerufen.

Diese bietet eine besondere Art der Berufsorientierung in Form von Talenteschmiedeseminaren an. Wie diese Seminare ablaufen und was bereits im Vorfeld dafür zu tun ist, erläuterte Norbert Löffler der gesamten Kursstufe 1 in der Aula des Gymnasiums.

Die Talentschmiede wird von der Sozialstiftung der Sparda-Bank Baden-Württemberg unterstützt und fördert in diesem Jahr rund 650 Seminarplätze an zirka 15 Schulen, so dass von den Teilnehmern nur ein kleiner Eigenbetrag für das eigentlich teure Intensiv-Seminar zu entrichten ist. Nach der Anmeldung bekommen die Gymnasiasten einen Online-Zugang zu einem Test, der alle möglichen Interessen und Begabungen abfragen soll.

Am 20. Juli findet dann in der Schule ein eintägiger Talent-Workshop statt, bei dem mit den im Online-Test gewonnen Ergebnissen individuell gearbeitet wird. Am Ende bekommt jeder Teilnehmer bis zu fünf Berufsvorschläge, die auf die ureigenen Talente zugeschnitten sind. "Die Jugendlichen ergründen ihre Stärken und lernen zu verstehen, etwas daraus zu machen", berichtet Löffler. Ruhig und interessiert lauschten die Oberstufenschüler seiner Präsentation. Die Stiftung arbeitet "stärkenorientiert", berichtete Löffler, nicht darauf fokussiert, die Schwächen zu verbessern. Würden Talente richtig eingesetzt, sei es möglich, den späteren Beruf begeistert auszuüben, die Fachkompetenz zu erweitern und glücklich zu leben. Mit dem Testergebnis könnten sich die Schüler zielorientiert bei der Agentur für Arbeit informieren. "Das Zertifikat am Ende des Seminars wird auch in Bewerbermappen gerne gesehen", wusste Löffler weiter zu berichten. Man könne im Vorstellungsgespräch damit punkten, sich intensiv mit der Berufswahl auseinandergesetzt zu haben.

Am Bild einer Blumenzwiebel erläutert Löffler am Ende anschaulich: "Das meiste, was einen ausmacht, steckt schon in einem drin, es geht nur darum, es hervorzubringen." So bleibt es also spannend, welche Blütenpracht sich aus den einzelnen Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums Haigerloch am 20. Juli entfaltet.