Im Stadtteil Owingen stehen seit mehreren Jahren keine städtischen Bauplätze mehr zur Verfügung. Dies soll sich nun durch die Erschließung weiterer Bauplätze im Gebiet „Brunnenrain“ ändern. Laut Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck soll eine Ringstraße hergestellt werden, an der zwölf neue Bauplätze entstehen können.
Allerdings werden im Gebiet dieses zweiten Bauabschnitts Reste einer römischen Gutsanlage vermutet. Um darüber Klarheit zu gewinnen, müssen entsprechend den Vorgaben des Regierungspräsidiums-Denkmalpflege archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt werden. Damit für die Erschließungsarbeiten und bei den zukünftigen Bauherren keine Erschwernisse auftreten können, werden die Untersuchungen vorab vorgenommen. Diese Arbeiten werden Kosten von rund 10 000 Euro verursachen. Sollten danach so genannte Rettungsgrabungen zur Sicherung von Überresten erforderlich sein, müssten auch die dann anfallenden Kosten von der Stadt als Vorhabensträger getragen werden.
Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, die archäologischen Untersuchungen zu beauftragen. Sobald die Ergebnisse der archäologischen Sondierungsgrabungen vorliegen, können die Tief- und Straßenbauarbeiten sowie die Arbeiten zur Verlegung der Wasserleitung öffentlich ausgeschrieben werden.
Gleichzeitig stimmte der Gemeinderat dem endgültigen Ausbau der Baustraße im alten Teil des Baugebietes „Brunnenrain“ bis zur Einmündung in die Schützenstraße zu. Früher war es in der Gesamtstadt Haigerloch üblich, Baustraßen erst dann auszubauen und die Gehwege und Randeinfassungen herzustellen, wenn das Baugebiet fast voll bebaut war.
Im ersten Bauabschnitt weisen die Baustraßen „Höhenweg“ und „Brunnenrain“ beim Asphalt Risse und Ausbrüche auf, so dass Handlungsbedarf besteht. Deshalb sind in der Ausbauplanung in den bereits vorhandenen Baustraßen vorsorglich die Kosten für die Erneuerung der vorhandenen Asphalttragschicht mit berücksichtigt. Die endgültigen Fahrbahnen sollen sechs Meter beim Höhenweg und 6,50 Meter in der Straße „Brunnenrain“ breit sein, der Gehweg 1,50 Meter breit. Außerdem sind acht Straßenlampen zu setzen. Die Baumaßnahme ist deshalb so notwendig, weil bei den Hausbesitzern der Wunsch besteht, endlich ihre Hofeinfahrten zu ihren Häusern herstellen zu können.
Die Kostenschätzung für den Straßenausbau im Bauabschnitt I wird vom Planungsbüro Gauss Ingenieurtechnik aus Rottenburg auf rund 433  500 Euro taxiert, die Erschließung des neuen Bauabschnittes II auf 806  300 Euro. Insgesamt wird die Gesamtbaumaßnahme 1,24 Millionen Euro kosten.
Baubeginn soll nach Angaben der Verwaltung im Mai dieses Jahres sein. Die geplante Ausführungsdauer in beiden Bauabschnitten wird bei fünf bis sechs Monaten liegen, so dass bis Ende Oktober mit einer Fertigstellung der Bauarbeiten im Owinger Baugebiet „Brunnenrain“ gerechnet wird.