Haigerloch Auf nächtlicher Jagd wie die Flugsäuger

Auf unterhaltsame Weise und mit diversen Utensilien vermittelte Jörg-Andreas Reihle Wissenswertes zum Thema Fledermäuse.
Auf unterhaltsame Weise und mit diversen Utensilien vermittelte Jörg-Andreas Reihle Wissenswertes zum Thema Fledermäuse. © Foto: Max Bäurle
Haigerloch / Max Bäurle 28.08.2018
Informativ und kompetent führte der Sachverständige Jörg-Andreas Reihle durch die Haigerlocher Fledermausnacht.

Informativ, unterhaltsam, kompetent: Bei der Fledermausnacht in Haigerloch am Samstagabend war der Fledermaus-Sachverständige des Nabu Haigerloch, Jörg-Andreas Reihle, wieder in seinem Element. Richtig viele Interessierte, darunter auch jede Menge Kinder, hatten sich bei der Ölmühle in der Haigerlocher Unterstadt versammelt, um möglichst viel über die kleinen Flugsäuger zu erfahren.

Vor allem für die jüngeren Fledermausfans ist der Vortrag Reihles aufgrund des hohen Unterhaltungswertes immer wieder ein Erlebnis. Unter den Zuhörern und -schauern befand sich passenderweise unter anderem auch Hartwig Eger von der Narrenzunft, ist doch die weibliche Figur der Fledermaus ein wichtiger Bestandteil der Haigerlocher Fasnet.

Anwesend war außerdem ein Vertreter des Radiosenders SWR 4, der die Veranstaltung für einen Beitrag aufzeichnete. Natürlich hatte Reihle wieder Fledermausattrappen und jede Menge Infomaterial mitgebracht, und speziell die Kinder freuten sich über Fledermausstempel, die sie auf ein Körperteil ihrer Wahl aufgedrückt bekamen. Die beiden jüngsten Fans der geschützten Jäger der Nacht durften sich über einen Bastelbogen beziehungsweise eine „Minifledermaus“ freuen. Bei dem Gedicht „10 kleine Fledermäuse“ mit lustigen Reimen bezog der Experte die Kinder mit ein, wie auch an anderen Stellen des Vortrages. Auf die Frage, was die Flugsäuger denn so fressen, wusste ein Kind sofort die Antwort: Insekten.

Wie man weiter erfuhr, versuchen die Jäger der Nacht diese im Fluge zu fangen, wobei eine Fledermausart auch teilweise zu Fuß auf die Jagd geht. Da die Fledermäuse, so Reihle, nicht mit einem guten Sehvermögen ausgestattet seien, würden sie sich mit Ultraschallrufen orientieren. Mittels der Ultraschalldetektoren demonstrierte der Fachmann die unterschiedlichen Ruf- und Jagdlaute der Flugsäuger. Um zu zeigen, wie schwierig das Jagen ohne die Ultraschallrufe ist, ließ er eine Kind mit verbundenen Augen auf die Jagd nach weiteren Kindern gehen, die Schnaken darstellten und ständig davon rannten. Als Belohnung für die kleine Einlage gab es süße, essbare Gummifledermäuse.

Von den in Deutschland beheimateten 25 Arten seien der Große Abendsegler und das Große Mausohr die größten, wobei es diverse Unterschiede bezüglich der Jagdmethoden gebe. Auch auf die Zwergfledermäuse mit etwa einer Million Exemplaren in Baden-Württemberg ging der Redner ein.

Zwergfledermäuse haben auch in der Haigerlocher Unterstadt einige Quartiere. Seit 15 Jahren sei die Art Mückenfledermausbekannt. Reihle informierte zudem darüber, wie man die Quartiernot der Flugsäuger lindern kann, nämlich mittels Fledermauskästen. Er hatte ein Exemplar mitgebracht und zeigte dieses den Anwesenden.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Führung rund um die Unterstadtkirche, wo Fledermäuse der Art Großes Mausohr ihr Quartier haben, hier waren natürlich Taschenlampen von Nutzen.

Rund 1000 verschiedene Arten

Die Fledermäuse sind eine Säugetiergruppe, die zusammen mit den Flughunden die Ordnung der Fledertiere bilden. Zu dieser Ordnung gehören die einzigen Säugetiere und neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können. Weltweit gibt es rund 1000 Fledermausarten.

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