Energie Trillfinger TSV-Heim heizt nur mit Erdwärme und Sonnenkraft

Die Vorstandsmitglieder des TSV Trillfingen sind stolz auf die Innovation (von links): Simon Fecht, Axel Wick und Edgar Stehle. Mit ihnen freut sich Projektplaner Armin Bisinger. Gemeinsam setzten sie ein Erdwärmeprojekt um, das für das TSV-Sportheim nicht nur Betriebskosten senkt, sondern auch klimafreundlich ist.
Die Vorstandsmitglieder des TSV Trillfingen sind stolz auf die Innovation (von links): Simon Fecht, Axel Wick und Edgar Stehle. Mit ihnen freut sich Projektplaner Armin Bisinger. Gemeinsam setzten sie ein Erdwärmeprojekt um, das für das TSV-Sportheim nicht nur Betriebskosten senkt, sondern auch klimafreundlich ist. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 22.04.2017

Ein ehrgeiziges Energieprojekt hat der Turn- und Sportverein Trillfingen umgesetzt. Mit dem Bau eines Heizsystems aus Erdwärme hat er das erste klimaneutrale Sportheim im Zollernalbkreis geschaffen.

Der aktuell Tabellenzweite der Bezirksliga Zollern will auch in der Öko-Liga ganz oben mitspielen und sein schmuckes Sportheim auf dem „Wollensack“ möglichst umweltfreundlich beheizen.Weil der Verein beim Bau des Heimes vor 15 Jahren nicht die finanziellen Mittel hatte, in ein nachhaltiges Energiekonzept zu investieren, wurde das Gebäude damals mit elektrisch beheizten Nachtspeicheröfen ausgestattet.

Satte Stromrechnungen

16 000 Kilowattstunden für Heizung, Kühlraum und Beleuchtung standen jährlich auf der Stromrechnung, die der Verein zu begleichen hatte. Die Tatsache, dass sich der Strompreis seit dem Neubau verdreifacht hat, ließ die Kosten natürlich dementsprechend ansteigen. Ohne größeren Aufwand hätte man das Gebäude energetisch an die nebenstehende Mehrzweckhalle anschließen können. Doch die Halle ist mit einer Ölheizung ausgestattet, man wäre also in diesem Fall vom steigenden Ölpreis abhängig gewesen

Darum entschied sich der Vorstand des TSV zusammen mit Projektleiter Armin Bisinger, Heizungstechnikhersteller Weishaupt, dafür, in eine neue Anlagentechnik zu investieren. Nach einer genauen Analyse des Stromverbrauchs installierte man im Sommer 2016 auf dem Dach des Sportheims eine Photovoltaikanlage.

Sie deckt im Sommer den Strombedarf für die Kühlanlagen nahezu komplett.

100 Meter tief nach unten

Jetzt bohrte das Bad Wurzacher Unternehmen Baugrund-Süd vor dem Sportheim eine fast 100 Meter tiefe Erdsonde. Die Weishaupt-Tochter Baugrund-Süd ist das größte Bohrunternehmen in Deutschland und verfügt über eine Erfahrung von über 12  000 fertiggestellten Geothermieprojekten. Allein die Kohlendioxid-Einsparung der Kombination von Sonnenenergie und Erdwärme liegen bei etwa zehn Tonnen pro Jahr. „Das entspricht der jährlichen Fahrleistung eines Mittelklassewagens von etwa 60  000 Kilometern. Für einen Bezirksligaverein ist das natürlich bundesligareif“, freut sich Projektleiter Bisinger. Da dürfte mancher bewundernd, vielleicht sogar neidisch nach Trillfingen schielen.

Blick auf den Energiepreis

Mit der Aktion wollen sich die TSVler auch in diesem Jahr wieder für den Ehrenamtspreis des Württembergischen Fußballverbandes bewerben. Die Chancen auf einer der vorderen Plätze stehen dabei bestimmt alles andere als schlecht.

Im Schoß der Erde ist es immer zehn Grad warm

Erdwärme Ab 15 Metern Tiefe weist das Erdinnere eine beständige Temperatur von etwa zehn Grad Celsius auf. Die Wärme wird von einer Sole-Wasserwärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. In Verbindung mit einer  Steuerung spart diese Technik 75 Prozent der Heizkosten ein. Im TSV-Vereinsheim wird der selbstproduzierte Strom der Photovoltaikanlage für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt. „Somit ist das die umweltfreundlichste Art ein Gebäude zu beheizen“ erklärt Projektleiter Armin Bisinger. Die Erdwärmebohrung ist allerdings von den geologischen Bedingungen abhängig. Sie sind nicht überall möglich.

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