Das Land Baden-Württemberg wird künftig Machbarkeitsstudien für die Reaktivie-rung stillgelegter Bahnstrecken durch Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent fördern. Dies gab Verkehrsminister Winfried Hermann am Montag bei einem virtuellen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Landkreisen, Kommunen, Aufgabenträgern für den Schienennahverkehr sowie Verkehrsverbänden und -verbünden bekannt.
Zu den Strecken, deren Reaktivierung für den Personennahverkehr in die engere Wahl kommen könnte, zählt nach wie vor auch die Eyachtalbahn. Die 28 Kilometer lange Strecke zwischen Eyach und Hechingen war in einer Potenzialanalyse des Landes in die dritte von vier Kategorien eingestuft worden. Untersucht wurden damals insgesamt 42 Strecken in Baden-Württemberg. Mehr als 30 Strecken wurde dabei ein relevantes Fahrgastpotenzial bescheinigt. Die Eyachtalbahn könnte unter anderem damit punkten, dass die Schieneninfrastruktur noch vollständig vorhanden ist und nach wie vor für den Güter- und Freizeitverkehr genutzt wird.
Wenn die Eyachtalbahn im Reaktivierungs-Rennen bleiben will, muss die Kosten-Nutzen-Analyse passen und eben dazu braucht es eine qualifizierte Machbarkeitsstudie, die leicht mal 100 000 Euro kosten kann, wie Haigerlochs Bürgermeister Heinrich Götz seinem Gemeinderat bereits vorgerechnet hat.
Mit den vom Land geförderten qualifizierten Machbarkeitsstudien sollen nun sowohl das Fahrgastpotenzial vertieft untersucht, als auch die zu erwartenden Investitions- und Betriebsaufwendungen ermittelt werden. Auf diese Weise sollen fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Aufnahme vertiefter Planungen geschaffen werden.
Die Wiederinbetriebnahme von Schienenstrecken sei ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende, stellt Verkehrsminister Hermann fest. Viele der zwischen 1960 und 1990 stillgelegten Strecken hätten auch heute noch ein hohes Fahrgastpotential. Erfolgreiche Reaktivierungen der vergangenen Jahre zeigten, „dass manche Schienenstrecke viel attraktiver sei, als zuvor angenommen wurde“.
Antragsberechtigt für die Zuschüsse sind Stadt- und Landkreise, Städte und Gemeinden, Regionalverbände, Zweckverbände und andere kommunale Zusammenschlüsse in Baden-Württemberg. In Haigerloch wird  erwogen, sich in dieser Sache mit den andern Anliegergemeinden zusammenzutun, einen Förderverein oder eine Interessengemeinschaft zu gründen. Aus Horb und Starzach gab es bereits Signale der Zustimmung.