Der Ablauf des Matheunterrichts wurde an den Universitätsalltag angepasst. Zu Beginn der Unterrichtsstunde hielt Mathematiklehrerin Wannenmacher eine zehn- bis 15-minütige Vorlesung. Die Schüler erhielten hierzu ein Skript und versuchten, die Inhalte zu verstehen. Im Anschluss daran hatte die Klasse Zeit, das wöchentliche Übungsblatt in Gruppen zu lösen. Die Lösungen waren am Ende der Woche abzugeben. In der darauffolgenden Stunde schloss sich eine Übungsgruppenstunde an, in welcher die Schüler die Aufgaben vor der Klasse erklären und vorstellen sollen. Am Ende gab es eine Klausur. Bei Erreichen von 50 Prozent der Punkte der Übungsblätter und "Bestehen" der Klausur, erhielten die Schüler einen Schein.

Im Rahmen des Projektes besuchte die Klasse auch die mathematische Fakultät der Universität Tübingen. Sie erhielten dort die Chance, den Unialltag selbst mitzuerleben. Die 7b hatte die Möglichkeit, in Uniräumen zu lernen und zum anderen in eine Vorlesung der Studenten reinzuschnuppern. Die Größe der Universität beeindruckte die Schüler nachhaltig.

Ein Fan des Projektes, Professor Loose, Doktorand Pascal Kilian und die beiden Studenten Christian Löffler und Jonas Konzelmann hatten große Freude daran, die Fragen der Schüler zu beantworten. Die Fragen der 7b zielten vor allem auf die Unterschiede zwischen Uni- und Schulalltag ab. Beispielsweise wurde gefragt: Ist an der Universität ein Handy erlaubt? Gibt es Wirlesslan? Wie viel Freizeit hat man? Wie schwer ist das Studium im Vergleich zur Schulmathematik? Wie lange muss man vor der Tür bleiben, wenn man aus der Vorlesung fliegt?

Die Freiheit, die an der Uni herrscht, verblüffte die Siebener deutlich. Nach Abschluss des Projektes bescheinigte die 7b, bei der "Schüleruni" viel Spaß gehabt zu haben. 18 von 24 Kindern gaben an, studieren zu wollen. Darunter können sich sieben Mathematik vorstellen, fünf Medizin, vier Jura, zwei Sport, zwei Psychologie, einmal Kunst, Englisch, Germanistik und Modedesign.