Die 5. Bad Imnauer Rundwanderung im Lichterschein der Fackeln zur Binder-Madonna findet an Maria Lichtmess, 2. Februar, nicht statt. Die Alterswehr musste zum einen wegen der Corona-Epidemie und nun auch wegen des anhaltenden Regens, der die Wanderwege sehr rutschig und damit auch gefährlich werden lässt, zusätzlich auch aus Sicherheitsgründen absagen. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Strömen geregnet, so dass die Tour kurzerhand in die Pfarrkirche umgeleitet wurde, wo Pfarrer i. R. Michael Broch und eine Abordnung des Musikvereins die Lichtmessandacht im Trockenen abhalten konnten.
Die im Jahre 2017 von der Alterswehr ins Leben gerufenen Veranstaltung erfreute sich steigender Beliebtheit mit zuletzt über 100 Wanderern. Aufgrund der erhöhten Teilnehmerzahl musste das anschließende Lichtmessvesper vom Café Theresia, dann in die Café- und Weinstube im Adler und seit zwei Jahren in die Mehrzweckhalle verlegt werden, wo auch der Musikverein danach die Gäste unterhielt.
Maria Lichtmess, das Fest zur Darstellung des Herrn im Tempel wird von den Katholiken 40 Tage nach Weihnachten gefeiert. An diesem Tag vereinen sich biblische und weltliche Traditionen. In vielen Gegenden Deutschlands ist es der Tag, an dem der Weihnachtsschmuck aus Kirchen und Häusern entfernt wird. Generell wurden an Maria Lichtmess alle Kerzen geweiht, die im Verlaufe eines Kirchenjahres gebraucht werden. Auch Privatleute brachten früher zu Lichtmess ihre Kerzen in die Kirche, um sie segnen zu lassen. Diese besonderen Kerzen sollten göttlichen Segen in die Häuser bringen, wo sie meist zum Beten in dunklen Morgen- oder Abendstunden oder zur Krankenwache entzündet wurden. Dieser Akt wurde mit einer Lichterprozession gefeiert.
Auch im Bauernjahr hatte früher der für das Wetter relevante Lostag Maria Lichtmess eine große Bedeutung, denn die neue Aussaat begann zu diesem Datum. Es gilt folgende Bauernregel: „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“.
Kirchlich hat das Fest ebenfalls Hintergründe: Maria begab sich 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes Jesus zum Tempel in Jerusalem, um sich zu reinigen. Nach alter Tradition gehörten alle erstgeborenen Söhne Gott und sie mussten von den Eltern im Tempel mit einem Opfer freigekauft werden.