Nach 36 Dienstjahren als Lehrer am Gymnasium Haigerloch, davon die letzten sieben Jahre als Schulleiter, wurde am Donnerstagabend im Bürgerhaus Oberstudiendirektor Helmut Opferkuch offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Von einer Zäsur sprach Abteilungspräsidentin Susanne Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen, als 2002 das damalige Progymnasium Haigerloch zum Vollgymnasium erhoben wurde, an dessen Entstehung Helmut Opferkuch mit Mut, Optimismus und Zuversicht entscheidenden Anteil hatte: "Nicht viele Gemeinden in dieser Größenordnung haben ein Vollgymnasium." Gemeinschaft und Miteinander mit dem Kollegium, den Eltern und den Schülerinnen und Schüler zeichneten das Gymnasium Haigerloch heute aus, wobei die Schulleitung unter Helmut Opferkuch die besonderen Ziele der Bildungsarbeit aufgriff und konsequent umsetzte. "Deshalb fühlen sich die Kinder in dieser freundlichen Atmosphäre an dieser Schule besonders wohl", sagte die Vertreterin des Regierungspräsidiums.

Mit der Versetzung des Junglehrers Opferkuch an das damalige Progymnasium im Jahr 1977 hat er sich neben seinem Unterricht besonders auch um die Kooperation Schule und Verein mit Volleyball und einer eigenen Akrobatik-AG gekümmert, war lange Jahre Verbindungslehrer und wurde 2006 zum Schulleiter ernannt. "Die Profilierung seiner Schule war ihm eine Herzenssache." Dafür gab es einen Dank der Schulbehörde und zur Zurruhesetzung eine Dankurkunde des Landes, unterschrieben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Dankesworte im Namen der Stadt überbrachte Bürgermeister Heinrich Götz. Mit Helmut Opferkuch gehe eine Ära zu Ende, denn die 36 Jahre am Gymnasium seien fest in der Schulgeschichte verankert und tragen seine Handschrift. Helmut Opferkuch habe sich immer Gehör verschafft, die Schule stets weiterentwickelt und auch seinen Einfluss geltend gemacht, als es in jüngerer Zeit um die Raumnot und den Erweiterungsbau ging. Stets ein offenes Ohr und offene Türen im Rektorat attestierten die beiden Schülersprecherinnen Johanna Fischer und Eva Groos Helmut Opferkuch: "Für ihn war jede Schülerin und jeder Schüler eine Persönlichkeit mit Namen und seinen besonderen Charaktereigenschaften. Als Lehrer war er Triebfeder für Sport, Klettern und seine Akrobatk-AG und er hatte stets neue Ideen parat. Mit seiner Weltoffenheit hat er uns neben Musik und Theater für Menschen anderer Sprachen und Kulturen wie Frankreich, Spanien und Moldawien begeistert."

Elternbeiratsvorsitzende Kristin Koschani Bongers hatte für Helmut Opferkuch ganz persönliche Worte: "Helmut Opferkuch war wichtiger Motor und engagierter Motivator und schreckte auch vor unkonventionellen Lösungen nicht zurück. Er stand für Zuverlässigkeit, Offenheit, Transparenz, Toleranz mit einem hohen Maß an Konfliktlösungspotential. Er war Partner, mit dem man auf Augenhöhe kommunizieren konnte." Zum Schluss dankte Helmut Opferkuch allen für die Dankes- und Lobesworte, die er zurückgab an Kollegen, Eltern, Schüler, Verwaltung und Behörden, denn nur wenn dieses magische Fünfeck professionell zusammenarbeite, könne eine gute Bildungsgemeinschaft gelingen: "Mein Herz schlägt für Haigerloch und einen guten Bildungsstandort."