Haigerloch „Musikalische Genüsse“ ein Volltreffer

Einen heiteren und beschwingten Abend in der evangelischen Abendmahlskirche servierten (v. l.) Timon Schleicher, Jürgen Kähni, Angela Winkler, Simone Hönisch, Volker Schmid, Markus Ehmann und Karl Gölz.
Einen heiteren und beschwingten Abend in der evangelischen Abendmahlskirche servierten (v. l.) Timon Schleicher, Jürgen Kähni, Angela Winkler, Simone Hönisch, Volker Schmid, Markus Ehmann und Karl Gölz. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 07.05.2018
Das Konzert „Musikalische Genüsse mit einem Augenzwinkern“ zugunsten der Abendmahlskirche war ein Volltreffer.

Eine zündende Idee muss man haben, um Geld für die fällige Sanierung eines Kirchendach zu sammeln, sagte sich Stefan Heesen vom Förderverein der Haigerlocher Abendmahlskirche und stellte unter dem Motto „Musikalische Genüsse“ ein Benefizkonzert auf die Beine, das voll ins Schwarze traf und am Samstag ein großes Publikum begeisterte.

Nicht nur Musikgenuss gab es, sondern auch kulinarische Häppchen, die die Frauen des Gospelchores „Salvation“ zubereitet hatten und in den Konzertpausen servierten. Über dieser „Tafel der Genüsse“ thronte die berühmte Nachbildung von Leonardo da Vincis Abendmahl.

Die Besucher in der vollbesetzten Abendmahlskirche waren gleich zu Beginn begeistert von der Klangfülle der Orgel, die zunächst Markus Ehmann mit der „Fuga g-moll“ von Johann Sebastian Bach in gekonnter Brillanz erklingen ließ. Dem stand Karl Gölz mit einem „Nachspiel aus e-moll“ von Johann Georg Frech und „Sortie G-Dur“ von Nicolas-Jaques Lemmens  mit beherztem Ton in nichts nach. Zunächst bedächtigt, dann froh und beschwingt kam anschließend das von Markus Ehmann auf der Orgel gespielte „Communion“ bei den Zuhöreren an.

Dieser alten Musik aus vier Jahrhunderten wurden nach einer Pause bewusst moderne Rhythmen, dargeboten zunächst von Organist Karl Gölz, entgegengesetzt. Auch Simone Hönisch, die dritte Organistin innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde, ließ Modernes hören, zum Beispiel bekannte Melodien aus dem Film „Fluch der Karibik“ oder das Stück „A whiter schade of pale“, dem Gölz auf dem E-Piano noch gleich den „Maple Leaf Rag“ hinterherschickte.

„Die Orgel wird zurecht als die Königin der Instrumente bezeichnet, weil sie alle Töne der Schöpfung aufnimmt“, zitierte Stefan Heesen in seiner Begrüßung Papst Benedikt XVI, bevor er auf Schwäbisch seiner großen Freude über den guten Besuch der Benefizveranstaltung Ausdruck verlieh: „I ben froh, dass d’ Kirch so voll isch!“

Nach weiteren Gaumenfreuden kam der Gesang an die Reihe. Dass singen Spaß macht, bewies das Ensemble „nux vomica“, in dem Jürgen Kähni, Volker Schmid, Markus Ehmann und Karl Gölz ihre gut geschulten Stimmen erklingen ließen. Die vier Gesangsolisten aus dem Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde Haigerloch hatten sich für dieses Konzert erstmals zu dieser Formation zusammengetan und ernteten für ihren Auftritt und ihre Darbietungen, wie den „Geiersong“ aus „Das Dschungelbuch“ oder auch den Beatles-Song „When I‘m Sixty-Four“, tosenden Beifall.

Einen weiteren musikalischen Farbtupfer setzte Simone Hönisch am E-Piano und mit ihrer Stimme und Timon Schleicher am Cajon mit „Ein Kompliment – Ich wollte nur mal sagen, dass du das Größte für mich bist“ sowie dem Instrumentalstück „Good Times“. Mit „The Meaning of life“ setzt sich Simone Hönisch in ihrer Eigenkomposition mit dem Sinn des Lebens auseinander mit dem Fazit, dass letztlich alles von Gott kommt, der der höhere Sinn für das Leben ist. Angela Winkler war bei diesem tiefgreifenden Song weitere begabte Gesangsbegleiterin. Die weitere Eigenkomposition „So weit weit weit“ mit dem Blick auf die verstrichene Zeit wurde von begeisterndem rhythmischen Klatschen des Publikums begleitet und beim Abschlusslied mit Simone Hönisch, Angela Winkler und Timon Schleicher „Das wünsch ich dir“ durfte das Publikum sogar mitsingen.

Mit einer schwungvollen „Fanfare in g moll“, von Markus Ehmann auf der Orgel vorgetragen, gab es stehenden Applaus für die Interpreten, denen Stefan Heesen und Pfarrerin Dorothee Kommer nochmals herzlich für den schönen Abend dankten. Simone Hönisch gewährte dem Publikum eine Zugabe. Die Spenden in den Körbchen drückten die Begeisterung der Besucher aus. Ein solch beschwingtes und genussvolles Konzert mit eigenen Interpreten ruft nach einer Wiederholung.