Wo Menschen eng zusammen leben oder arbeiten, bleiben Konflikte nicht immer aus. Dabei ist am Gymnasium Haigerloch die Konfliktvermeidung oberstes Ziel. Diese funktioniert aber - selbstverständlich - nicht immer. Andererseits klappt unter Gleichaltrigen die Streitschlichtung oft viel besser als zwischen Schülern und Lehrern. Deshalb lobte Schulleiterin Karin Kriesell das besondere soziale Engagement, welches jetzt die 20 Schülerinnen und Schüler beim zusätzlichen Unterricht für eine gute Konfliktlösung an den Tag legten.

"Wir sind stolz auf euch", meinte die Schulleiterin und zeigte sich erfreut, dass sie so viele Zertifikate überreichen konnte. Einige gingen dieses Mal auch an Jungen. Einen Dank richtete die Rektorin an die beiden Ausbilder Roberto Martinez und Heide Stetter.

Die 20 Gymnasiasten haben in 40 Stunden an verschiedenen Tagen über mehrere Wochen hinweg (und einmal auch am Wochenende) die Ausbildung zum Konfliktlotsen absolviert. Sie umfasste ein Trainingsprogramm und praktische Übungen. Für die Organisation der Arbeit vor Ort werden die Schülerinnen und Schüler stundenweise vom Unterricht freigestellt.

Bei der Übergabe der Zertifikate, des Konfliktlotsenausweises und des entsprechenden Buttons wünschte Karin Kriesell den Schülern für ihre Arbeit viel Erfolg und für die eigene Person eine gute Weiterentwicklung.

Ausbilder Roberto Martinez war mit dem Team bestens zufrieden. Die jungen Leute hätten optimal zusammen gearbeitet. Insgesamt verfüge das Gymnasium mit seinen rund 500 Schülerinnen und Schülern nun über 54 Konfliktlotsen.

Das bedeutet: 54 junge Menschen sind sich von vorn herein bewusst, dass im Umgang miteinander ein sozialer - und wenn nicht warmer, so doch respektvoller - Ton vorherrschen muss. Im Konfliktfall, den sie mit geschultem Auge erkennen, können sie die ihnen vermittelten Techniken anwenden. Von daher sind die 20 Jugendlichen in Zukunft nicht nur als Brandlöscher im Einsatz, sie agieren auch als Vorbilder in ihren Klassen. Vorbilder für friedlichen Umgang miteinander, Vorbilder jedoch auch für die Bereitschaft, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen - und dafür sogar eine Ausbildung zu machen, die einige Stunden der eigenen Freizeit kostet.

Die Ausbildung zum Streitschlichter haben in diesem Schuljahr gemacht: Lea Rodon aus Haigerloch; Nina Pfeiffer, Tina Strobel, Melanie Endreß und Marie Waiblinger aus Weildorf; Theresa Burkhardt. Vanessa Schumacher und Denise Kost aus Bittelbronn; Alessa Bürkle aus Trillfingen; Lea Flaiz aus Gruol; Lukas Kleinmann aus Stetten; Alina Ruppert, Simon Hinger und Lea Krautheimer aus Owingen. Ebenfalls mit von der Partie waren Paul Schirmer aus Bietenhausen; David Walter und Lukas Sauter aus Empfingen; Simon Bergmann aus Grosselfingen, sowie der Rangendinger Marius Dürr.