Bei der Gesamtwehrübung vor großem Publikum waren am Samstag alle Abteilungen stark gefordert. Nicht nur ein Brand musste gelöscht, auch eingeschlossene Personen mussten gerettet und ein eingeklemmte Frau aus einem Unfallfahrzeug befreit werden. Der Ausfall der Wasserversorgung machte den zusätzlich Einsatzkräften ebenfalls zu schaffen. Moderiert wurde die Übung von Martin Selinka.

Neun eingeschlossene Personen

Als Übungsidee diente folgendes Szenario: Im Wareneingang der Firma Alukon kam es zu einem Brand eines LKW, in dessen Folge sich im Gebäude Rauch ausbreitete. In der Kantine im Obergeschoss wurden sechs Personen eingeschlossen, drei weitere in der Produktion, während Mitarbeiter der Verwaltung das brandschutztechnisch abgetrennte Gebäude noch rechtzeitig verlassen konnten.

Zeitgleich ereignete sich vor dem Firmengebäude ein Unfall. Eine Autofahrerin musste einer flüchtenden Person ausweichen und prallte gegen einen Kunststoffgranulattank, wobei die Fahrerin in ihrem Auto eingeklemmt wurde.

Schere und Spreizer im Einsatz

Zuerst wurde der Löschzug Mitte alarmiert. Beim Eintreffen am Brandort erfuhr der Zugführer vom Geschäftsführer der Firma, dass aufgrund von Umbauarbeiten kein Wasser im Leitungsnetz sei. Daraufhin löste der Zugführer den Gesamtwehralarm aus. Auch das DRK Haigerloch traf mit drei Fahrzeugen und acht Rettungskräften ein.

Die Feuerwehrabteilung aus Haigerloch hatte die Aufgabe, die Frau aus dem Auto zu befreien. Um das Autodach zu öffnen, kamen Blechschere und Spreizer zum Einsatz, Um die Frau mit den Geräten nicht zu verletzen, war vorsichtiges „patientenorientiertes“ Vorgehen gefordert.

Feuertaufe für Wasserbehälter

Die Haigerlocher Wehr mit der Drehleiter war gemeinsam mit den Abteilungen aus Bittelbronn, Weildorf und Hart war auch für die Brandbekämpfung zuständig und hatte alle Hände voll damit zu tun, die neun eingeschlossenen und teils verletzten Personen zu befreien und dem DRK zu übergeben.

Die Führungsgruppe aus Haigerloch unterstützte Einsatzleiter Patrick Kornwachs. Die Abteilung aus Stetten kümmerte sich um den Verletztenabtransport und die Trillfinger Kameraden sorgten für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und Grundschutz. Die Abteilungen aus Bad Imnau, Owingen und Gruol bauten die beiden Löschwasserförderstrecken auf. Wasser wurde vom Regenrückhaltebecken von der B 463 her und vom Löschwasserbehälter im Gewerbegebiet entnommen. Insgesamt sieben Trupps Atemschutzgeräteträger aus Haigerloch, Bittelbronn, Hart, Stetten und Weildorf waren im Gebäude aktiv, ein Trupp aus Gruol fungierte als Sicherungstrupp.

Rocksongs und Countrymusik

Nach dieser imposanten Schauübung wurde das Jubiläum „160 Jahre Feuerwehr Haigerloch“ fortgesetzt. Am Abend spielte die Schulband des Gymnasiums beim Feuerwehrhaus auf und kredenzte den zahlreichen Festbesuchern fetzige Rocksongs. Die von den Vorjahren her bekannten „County Boys“ setzten anschließend wieder mit klassischer Countrymusik, Western-Swing und Rockabilly Akzente. Am Sonntagvormittag wurde das Fest mit dem Auftritt des Spielmannszugs aus Sigmaringen fortgesetzt, der zum Frühschoppen aufspielte.

Am Nachmittag wartete die Jugendfeuerwehr mit einer kleinen Schauübung auf. Für Kinder hatten die Organisatoren eine Spielstraße und eine Hüpfburg vorbereitet. Zudem durften die Festbesucher selbst versuchen, mit einer Blechschere an einem ausrangierten Auto zu hantieren. Ganztägig gab es außerdem noch eine Schau mit aktuellen und historischen Fahrzeugen verschiedener Blaulichtorganisationen.