Wirtschaft Zypries hat für Schuler viel Lob übrig

Göppingen / Annerose Fischer Bucher 23.08.2017
Bundeswirtschaftsministerin Zypries besuchte Schuler im neuen Innovations-Tower (SIT). Für den Weltmarktführer gab’s viel Lob.

Es ist die erste offizielle Veranstaltung im Göppinger Schuler-Tower (SIT)“, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Klebert von der Schuler-AG bei der Begrüßung von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in der Konferenzetage im 12. Stock des SIT. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens besuchte die SPD-Bundespolitikerin Zypries die Firma Schuler und referierte anschließend über allgemeine Fragen der Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt Digitalisierung und anschließender Diskussion.

Baehrens war zunächst auf den wirtschaftsstarken Landkreis Göppingen mit ­einem überdurchschnittlich ­hohen Anteil an ­Industrie­arbeitsplätzen und verarbeitendem Gewerbe sowie den vielen exportorientierten Unternehmen eingegangen, um dann auf die sich beschleunigenden Veränderungsprozesse hinzuweisen. Dadurch stehe man vor ­großen Herausforderungen. Sie nannte die Themen Digitalisierung, Entbürokratisierung, ­Startup-Unternehmen, Außenwirtschaft, Arbeitsstandards und Umweltschutz, zu denen Brigitte Zypries nach ihrer Rede Stellung nahm.

Die Bundeswirtschaftsministerin wies auf gute Wirtschaftszahlen in Deutschland mit 44,4 Millionen Beschäftigten hin. Zu den 1700 Hidden Champions gehöre auch die Firma Schuler als Weltmarktführer in ihrem Bereich. Erfolg habe man nur, wenn Tradition und Innovation gepaart seien und man gute Beschäftigte habe. „Dass Sie investieren, sieht man an diesem Bau“, sagte Zypries zu Stefan Klebert gewandt. Protektionismus in den USA und in China, wo sich auch Schuler engagiert, eine unsichere politische Weltlage und die Russland-Sanktionen seien Schwierigkeiten für die Pharmaindustrie und die Autoindustrie. Wenn es wie in der Türkei keine Rechtssicherheit gebe, sei das eben auch ein Hindernis für Investitionen.

Bezogen auf den von den USA beklagten Handelsüberschuss sprach Zypries davon, dass die USA im Dienstleistungssektor einen Überschuss hätten. Wenn man gegenrechne, wie viele deutsche Unternehmen in den USA Arbeitsplätze schafften und investierten, sei das eine enorme Hilfe für die amerikanische Wirtschaft. „Dazu gehören auch die Schuler-Pressen“, so Zypries. Wie man es schaffe, auch in zehn Jahren noch „Weltspitze“ zu sein, hänge mit der Digitalisierung und mit Industrie 4.0 zusammen. Kompetenzzentren „als eine Art Musterfabrik der Zukunft“ und Plattformen mit den Beteiligten aus Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wissenschaftlern und Politikern seien geschaffen worden, denn der Job der Politik sei die Information.

Vor allem Mittelständler, so Zypries, müssten für die Umstrukturierung „Innovation durch Technologie“ motiviert werden. Big Data müsse man zu Smart Data umwandeln können und dafür brauche es eine gute Infrastruktur mit Breitband.

Hier räumte die Bundeswirtschaftsministerin ein, dass man besonders für den ländlichen Raum noch nacharbeiten müsse. Die Schuld am noch unzureichenden Breitbandförderprogramm gab sie Finanzminister Wolfgang Schäuble von der CDU, auf dessen Betreiben die CDU eine erneute Förderung auf die nächste Legislaturperiode verschoben habe.

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