Göppingen / Juliane Kästner Die geplanten „Bärenhöfe“ in Bartenbach mit 28 Wohnungen und ein großes Geschäftshaus in der Göppinger Schützenstraße mit 19 Wohnungen wurden jetzt im Gestaltungsbeirat erörtert.

Zwei aktuelle Bauvorhaben wurden in der öffentlichen Sitzung des erstmals in neuer Besetzung tagenden Gestaltungsbeirates vorgestellt und diskutiert: Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Bärenhöfe“ in Bartenbach und der Neubau der Gebäude Schützenstraße 17 und 19 in der Innenstadt.

Nachdem das ursprünglich geplante Gemeinschaftsprojekt „Kunterbunt Wohnen“ in Bartenbach nicht realisiert werden konnte und eingestellt wurde, weil sich letztlich nicht genügend Mitstreiter gefunden hatten, stellte die Firma Holzsystemhaus Göser aus Rechberghausen und das Architekturbüro Artikular aus Esslingen ihr Konzept für ein nachhaltiges MehrgenerationenWohnprojekt vor. Es besteht aus drei Gebäudekomplexen in Holzbauweise mit gemeinsamer Tiefgarage für 48 Autos, wie Maurice Huff von Artikular erklärte. Dabei entstehen in zwei Gebäuden je acht familiengerechte Wohnungen, darüber hinaus im sogenannten „Haus der Gemeinschaft“ zwölf seniorengerechte Wohnungen sowie eine gastronomische Einheit und Räume für einen Bürgersaal und auch Raum für eine mögliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Laut Baubürgermeister Helmut Renftle handelt es sich bei dem vorliegenden Entwurf eindeutig um den besten der sechs eingereichten Vorschläge für das zentral gelegene Grundstück. Das Projekt habe von allen Seiten Rückenwind. Die Mitglieder des Gestaltungsbeirates legten den Bauherren nahe, aufgrund der Lage gegenüber vom Dorfplatz eine Variante mit flachem Satteldach und einer abgestimmten Holzfassade zu favorisieren, um den dörflichen Charakter in der Gestaltung aufzugreifen.

Beim geplanten Wohn- und Geschäftshauses in der Göppinger Schützenstraße stellten Peter-Michael Dauner vom Büro Dauner Rommel Schalk und Volker Kurz, Geschäftsführer der Wohnbau Göppingen das Konzept zweier miteinander verbundener Gebäudeteile vor, in denen 19 Wohnungen und zwei kleinere Gewerbeeinheiten entstehen sollen. Im Anschluss wurden verschiedene Details der Fassadengestaltung, die Ausgestaltung des Sockelgeschosses und die konkrete Positionierung des Dachgeschosses erörtert.

Die Empfehlungen des Gestaltungsbeirates sowie Anregungen der anwesenden Mitglieder des Stadtrates verstehen sich als konstruktive Beiträge in dem Planungs- und Entscheidungsprozess, so dass Stadtrat Christian Stähle (Linke) das Fazit zog, dass es sich am Mittwoch um die bislang beste und konstruktivste Sitzung dieser Art handelte.

Die Vorgeschichte der beiden Vorhaben

Bartenbach In der Ortsmitte stand ehemals ein Bauernhof, der vor vielen Jahren in einer Silvesternacht abbrannte. Dann wurde das Gelände von der Stadt für das Gemeinschaftsprojekt „Kunterbunt Wohnen“ reserviert, das aber nicht zustande kam.

Schützenstraße Zwei Gebäude fielen für den Neubau der Abrissbirne zum Opfer: die traditionsreiche Mino Bar und das Haus, in dem zuletzt die „Lichtstube“ untergebracht war.