Dürnau/Gammelshausen Zwei Bäume zum Jubiläum

Griffen am Samstag zur Schaufel: Der stellvertretende Bürgermeister von Dürnau, Friedrich Allmendinger (links), und der Bürgermeister von Gammelshausen Daniel Kohl (rechts).
Griffen am Samstag zur Schaufel: Der stellvertretende Bürgermeister von Dürnau, Friedrich Allmendinger (links), und der Bürgermeister von Gammelshausen Daniel Kohl (rechts). © Foto: CHRISTINE BÖHM
Dürnau/Gammelshausen / CHRISTINE BÖHM 09.02.2014
Seit 40 Jahren gibt es den Streuobstlehrpfad Dürnau-Gammelshausen. Jetzt haben die beiden Bürgermeister diese Verbindung im Grünen gefeiert.

Daniel Kohl trägt Gummistiefel und Karohemd, in der Hand hält er einen kleinen, grünen Apfel. Natürlich von einer Streuobstwiese. Wenige Minuten später wirft der Gammelshäuser Bürgermeister mit einer langen Schaufel Dreck an den dünnen Stamm der Nägelesbirne. Friedrich Allmendinger, stellvertretender Bürgermeister aus Dürnau, hilft ihm dabei. Nach kurzer Zeit steht der Stamm fest im Boden, eingezäunt zwischen drei Holzpflöcken. Kohl und Allmendinger haben am Samstag zum 40-jährigen Bestehen des Obstlehrpfades, der sich auf den Gemarkungen der beiden Gemeinden erstreckt, zwei Bäume gepflanzt. Unter fachmännischer Anleitung.

In diesem Jahr feiern beide Gemeinden ein Stück Natur, das sie erhalten und schützen wollen. Mit im Boot ist dabei auch Rainer Klingler, Obstbaufachberater vom Landratsamt. „Das Interesse der Leute ist inzwischen wieder da“, erzählt er. Vor 20 Jahren etwa habe es eine Flaute gegeben. Das Thema Obst aus eigenem Anbau habe kaum noch jemanden interessiert. Doch jetzt komme es, dank der Aufklärung, wieder zurück ins Bewusstsein. Klingler trägt dazu auch mit vielen Veranstaltungen bei. Er weiß, dass viele überfordert sind, die eine Wiese erben. Vor Arbeit dürfe man sich nicht scheuen, wenn man dieses Kulturgut erhalten wolle.

Links und rechts des Weges stehen knorrige Bäume, derzeit ohne Laub, in der Landschaft. Sie säumen den Schotterweg und zieren die mit Gras bewachsenen Felder rund um Dürnau. „Streuobstwiesen sind eine wichtige Kulturlandschaft und für die vielen Tierarten ein Lebensraum“, sagt Klingler. Im Falle des Lehrpfades am Hang oberhalb der beiden Gemeinden sei es ein besonders schöner. Er leitet die beiden Bürgermeister an, wie sie die jungen Bäume am besten pflanzen, zeigt ihnen auch sogleich den passenden Schnitt. Interessiert hören ihm die 50 Besucher zu, die das Ereignis mitverfolgen.

Daniel Kohl kommt oft auf den Lehrpfad. Sei es in der Mittagspause oder am Wochenende mit der Familie. Ähnlich geht es Heinz Rieker, Landwirt und Gemeinderat in Gammelshausen. Er hat die Anfänge des Projektes vor 40 Jahren mitbekommen und ist stolz auf das, was daraus entstanden ist. „Fast alle Bäume waren damals schon so vorhanden, wie sie heute hier stehen“, erinnert er sich. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Schulklassen in die Natur außerhalb des Dorfes kommen. Die Aussicht sei schließlich einmalig.

Im Jubiläumsjahr finden noch weitere Veranstaltungen rund um das Thema Streuobst statt. „In jedem Monat eine“, sagt Kohl. Weiter geht’s am 15. März mit einer Wanderung auf der Gemarkung Dürnau, die Friedrich Allmendinger führen wird. Höhepunkt ist für den Gammelshauser Bürgermeister die Kulturveranstaltung mit Harald Immig und Ute Wolf im Mai.

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