Geislingen an der Steige Zurückgeblättert: Überraschungen im MAG-Boden

Geislingen an der Steige / CLAUDIA BURST 22.02.2014
1989 begann der Überraschungsreigen, der die Neubebauung des ehemaligen Betriebsareals der "MAG" verzögerte.

Eigentlich war September 1988 offizieller Spatenstich für die Trasse des neuen Teilabschnitts der B 10. Doch schnell hatten die Verantwortlichen gemerkt, dass man "auf diesem Gelände vor Überraschungen im Boden nie sicher ist". So sagte es jedenfalls Bauleiter Wolfram Pieruschka vom Tiefbauamt, als im Februar 1989 endlich mit dem "Aushub des Flößgrabens für diese Trasse" begonnen wurde.

Die jahrzehntelange industrielle Nutzung des Geländes zwischen der Kirch- und der Römerstraße hatte das Bodenmaterial erheblich belastet. Das beauftragte Bauunternehmen barg das Aushub-Material vorerst an der Randzone des Geländes, wo es - getrennt nach dem Grad seiner Verunreinigung - untergebracht wurde, bis über die endgültige Entsorgung entschieden worden war. Neben dem vorwiegend ölbelasteten Bodenmaterial, so berichtete die GEISLINGER ZEITUNG, führten vor allem umfangreiche Maschinenfundamente im Boden zu zeitlichen Verzögerungen. Zum voraussichtlichen Beginn des Straßenbaus konnte und wollte Wolfram Pieruschka deshalb "beim besten Willen" keine Aussage machen.

Zum Sommersemester 1988 hatte die Fachhochschule Nürtingen eine Außenstelle in Geislingen eröffnet. Jetzt, ein Jahr später, machte die Fachhochschule Ulm die "einheitliche Hochschullandschaft in Geislingen" perfekt. Die Ulmer Fachhochschule bot den Studiengang "Automatisierungstechnik im Maschinenbau" an. Zehn Jahre bereichern die Ulmer das hiesige Schullandschaftspanorama. Dann wird die Geislinger Außenstelle "im Zuge einer Neuordnung" 1999 aufgegeben. "Baumchirurgen im großen Stil" waren vor 25 Jahren in Geislingen tätig und gaben "über 200 Schattenspendern und Schadstoffschluckern" im Stadtgebiet - vor allem im Stadtpark - eine "Überlebenschance" für die kommenden Jahrzehnte. Nahezu 12 0000 Mark ließ sich die Stadtverwaltung diese Maßnahme kosten.

"Ein Knall und Sunrise trudelte" steht am 24. Februar im Blatt. Diese Überschrift weist auf den Absturz eines Ultra-Leicht-Flugzeugs 300 Meter östlich der Wetterstation Stötten hin. Eine Tragfläche hatte sich von dem Flugzeug des Typs "Sunrise" gelöst. Für den Piloten kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden.