Skepsis Zum Baugebiet Dittlau sind noch viele Fragen offen

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Roos hat die Anfrage unterschrieben.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Roos hat die Anfrage unterschrieben. © Foto: Privat
Faurndau / Arnd Woletz 16.06.2018

Die SPD-Fraktion im Göppinger Gemeinderat steht den Plänen der Stadtverwaltung, zwischen Faurndau und der B 10 mehrere hundert Wohneinheiten zu bauen, weiter skeptisch gegenüber. Erst vor knapp drei Wochen hat die Fraktion über ihren Vorsitzenden Armin Roos wieder schriftlichen „Klärungsbedarf“ bei der Stadt angemeldet. Doch eine Antwort haben die Sozialdemokraten noch nicht erhalten. Gestern richtete Olaf Hinrichsen, Pressesprecher der Göppinger Stadtverwaltung, aus:  „Die Anfrage der SPD ist so umfangreich, dass sie noch nicht beantwortet werden konnte, sondern noch in Bearbeitung ist.“

Die Sozialdemokraten sagen in dem Schreiben unter anderem, Teile der Bevölkerung seien besorgt, „dass hier ein möglicherweise schädliches (Trabantenstadt)-Bauprojekt gegen alle Widerstände durchgepeitscht werden soll“.

Die Bevölkerungszahlen, die die Stadt verwende, um das Projekt durchzusetzen, seien „von der Schutzgemeinschaft Dittlau zerpflückt“ worden, sagt die SPD. Und bei der Umrechnung von Einwohnerzuwachs auf benötigten Wohnraum habe die  Verwaltung „mit einer fragwürdigen Argumentation Hilfe von der Region benötigt, um eine völlige Blamage zu vermeiden.“ Man könne eine durchschnittliche Wohnungsbelegung von  2,15 bis 2,3 Personen aber  nicht einfach ignorieren.  So werde der Bedarf künstlich hochgerechnet. Die SPD weist in dem Brief außerdem auf die Diskrepanz zwischen den Daten des Statistischen Landesamts und den Angaben der Stadt hin, wenn es um die Zahl der zu erwartenden Ruheständler geht. Außerdem fragt die SPD: „Ignoriert die Stadt bei ihren Annahmen, dass viele junge Leute zum Studium wegziehen und dann anderweitig einen  gut bezahlten Job annehmen?“ Dazu kämen weitere bisher unbewertete Faktoren.

Sämtliche  Zukunftszahlen seien Spekulation. Kleinste Veränderungen  ergäben eine große Streuung der Zahlen. Die Stadt habe also statistische „Spielmöglichkeiten“, heißt es in dem Brief.

Wichtig finden die Sozialdemokraten eine Gesamtbetrachtung der Bautätigkeit in Göppingen. Schließlich  plane auch die städtische Wohnbau hunderte neue Einheiten. Darüber hinaus gebe es viel private Bautätigkeit im Rahmen der Baulandinitiative der Stadt. Die SPD findet, die Stadt solle eine aktualisierte Bewertung der kritisierten Zahlen vornehmen. Sie verlangt Information über den Zeithorizont des Dittlau-Projekts  und darüber, wie der Gemeinderat in den  Entscheidungsprozess eingebunden werden soll. Schließlich fragt die Fraktion auch nach den rechtlichen Grundlagen für das Vorgehen, Eigentümer-Daten des Dittlau-Gebiets aus dem Grundbuch zu übernehmen.

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