Göppingen Zull ist "offen" für einen Umzug der Kunsthalle

Göppingen / HEL/MAZ 01.03.2012

Die Göppinger Bürgermeisterin Gabriele Zull, seit einem halben Jahr im Amt, stünde einem Umzug der Kunsthalle an einen neuen Standort aufgeschlossen gegenüber. Für Zull ist zum Beispiel der Gedanke einer "Kunsthalle mit Gleisanschluss" reizvoll, zumal "ja vielleicht auch die Bahn Interesse hätte, sich zu beteiligen."

Die Erste Beigeordnete der Stadt wurde in einem Gespräch mit unserer Partnerzeitung in Göppingen, der NWZ, gefragt, ob es, was die Zukunft der Kunsthalle betrifft, auch konkrete Beschlüsse gebe. Zull zählte auf: Die Toiletten wurden saniert, es entstand ein neues Depot, mit einer digitalen Inventarisierung werde der städtische Kunstbesitz jedem Interessierten über das Internet zugänglich macht, die Sammlung Heider wurde und wird in einem neu erstellten Schauraum aufgenommen. Die Bürgermeisterin merkte dazu an: "Manchmal sind konkrete Schritte, die nach Jahren endlich umgesetzt werden, sehr hilfreich, wenn der große Wurf auf sich warten lässt."

"Sehr positiv" steht Zull zu einem großen Staufermuseum am Fuß des Hohenstaufens, für das der scheidenede Kreisarchivar Walter Ziegler plädiert. Es hätte eine große Anziehungskraft, meint sie und müsste auch für das Land ein interessantes Projekt sein.

Auch zu den beiden städtischen Mieten - der Theater- und der Konzertmiete - musste Zull Rede und Antwort stehen. Der 45-Jährigen ist bewusst, dass Göppingen im Stauferkreis der einzige Ort ist, an dem mit der städtischen Theatermiete noch regelmäßig anspruchsvolles Theater angeboten wird, und dass die Stadt in diesem Punkt auch eine kulturelle Verantwortung habe. Dass die Besucher dort, wie auch bei der Konzertmiete, immer älter werden, sieht sie als ein "genretypisches Phänomen, das bundes- und weltweit zu beobachten ist." Sie machte klar, dass das Programm auf jeden Fall auf ein gemischtes, nicht nur auf ein älteres Publikum abziele - die jüngste Aufführung von Yasmina Rezas "Gott des Gemetzels" beweise das. Klar sagt sie: "Die Miete muss sein, da haben wir ein sehr hohes Niveau."