Prächtiges Frühlingswetter begleitete am Wochenende die zwölfte Auflage der regionalen Bau- und Immobilienmesse „Bauen – Wohnen – Modernisieren“ im Göppinger Stauferpark. Das ideale meteorologische Begleitprogramm für alle Themen rund um Haus und Garten, die an den Ständen und während zahlreicher Vorträge im Mittelpunkt standen. Insgesamt zogen die Firmen auch in diesem Jahr eine positive Bilanz. Lisa Hartleb vom Messe-Veranstalter Staufen Plus bestätigt: „Die Aussteller zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz.“ Wie schon in den Vorjahren habe es „trotz schönen Wetters einen starken Sonntag“ gegeben.

Thomas Seeger und Sven Weißmüller von Fertighaus Weiss aus Oberrot waren erstmals auf der Messe vertreten. Sie wollen wieder kommen, sie hätten etliche interessante Gespräche geführt. Frank Seliger von der gleichnamigen Allianzvertretung in Heiningen war nicht unglücklich darüber, dass es am Freitag und Samstag etwas ruhiger zuging. Dadurch hätten sich Besucher nicht nur eher an den Stand getraut, es wären auch „mehr qualifiziertere Gespräche möglich“ gewesen. Bei zu großem Andrang würden die Menschen nur durch die Gänge geschoben. So zieht Seliger nach seiner zweiten Präsenz auf der Messe an zentraler Stelle in der Werfthalle eine positive Bilanz: „Es gab super Gespräche, die ganz konkret waren“.

Alfred und Antonie Mayer aus Göppingen besuchen die Messe jedes Jahr. Als Hausbesitzer schätzten sie die Gelegenheit, auf einen Schlag Kontakt zu verschiedenen Handwerkern aufnehmen zu können und „nicht herumreisen zu müssen“. Zum dritten Mal besuchten Iris und Günter Trillinger aus Bad Boll die Messe. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich über notwendige Sanierungen an ihrem Haus zu informieren. Sie seien freundlich und kompetent beraten worden: „Es wurde einem nichts aufgeschwätzt.“

Am Freitag sei wenig los gewesen, berichtet Peter Seng von Digitale Systeme Seng aus Eislingen. Mit seiner Elektronik für Kellerlüftung war er erstmals auf der Messe und bestätigt an seinem Stand in der Zelthalle – wie viele andere Aussteller auch – die Unterschiedlichkeit der Messetage: Am Freitag sei vor allem Fachpublikum vor Ort gewesen, insgesamt aber wenige Besucher, bevor über die Steigerung zum Samstag, die Besucher sonntags fast vor ihm am Stand gewesen seien.

Aus dem Ostalbkreis ist Helmut Richter zur Messe gekommen. Warum? „Natürlich weil Modernisierungen bei uns anstehen.“ Sein Kommen bereute Richter nicht, er hat die von ihm benötigten Handwerker angesprochen und ist zufrieden, auch mit dem Essensangebot. Susanne Leinweber von der Feuergalerie Harry Leinweber war mit allen drei Messetagen zufrieden. Etliche Termine seien mit Kunden vereinbart worden, Bauherren konkret beraten worden. An ihrem Stand, das einem gemütlichen Wohnzimmer glich, fanden sich wie in den Vorjahren traditionell an den Abenden der Messe die Aussteller zu einem Sektumtrunk ein.

Auch im Außenbereich zwischen Werft- und Zelthalle war einiges geboten. Volker Reppermund vom gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Uhingen berichtete von ganz unterschiedlichem Publikum an den drei Tagen. „Jeder hat sein Thema“, erzählt Reppermund. Der Standort der Messe sei gut. Und auch der Zeitpunkt sei ideal. „Zum Saisonstart bekommen die Besucher Orientierung, sie sehen, was gemacht werden kann“, sagt Reppermund. Neben der Konjunktur trügen auch solche Messen zur guten Auslastung im Handwerk bei, glaubt Reppermund. Bei Neuanlagen müssen Kunden derzeit bis zum Herbst oder sogar bis 2020 warten, lediglich kleinere Pflegemaßnahmen gingen früher.

Holz-Relief versteigert

An einen Bieter, der ungenannt bleiben möchte und sein Gebot im Vorfeld abgegeben hatte, ging ein Göppinger Relief, das der Berliner Holzbildhauer Simeon Decker während der Messe fertiggestellt hatte. Auf dem Kunstwerk aus Lindenholz sind Göppinger Wahrzeichen zu sehen wie beispielsweise der Hohenstaufen, eine Märklin-Dampflok oder die Frisch Auf-Frauen. Als Auktionator fungierte der Schirmherr der Messe, Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid. Er taxierte den Wert des Reliefs auf 5000 bis 6000 Euro und hob die filigranen Details hervor. Dennoch gab es nur zwei Gebote. Nach dem Start bei 1000 Euro und einem Gebot von 1500 Euro gab es den Zuschlag bereits bei 2000 Euro. Stadt und Landkreis, die Schmid bei der Eröffnung der Messe noch als mögliche Bieter ins Spiel gebracht hatte, um das Kunstwerk in einem öffentlichen Gebäude den Bürgern zugänglich machen zu können, hatten sich nicht beteiligt.

Der Künstler selbst war hochzufrieden mit der Messe. Neben interessanten Gesprächen nehme er auch konkrete Aufträge aus Göppingen mit nach Berlin. Besonders überrascht war Simeon Decker von Besuchern aus dem Göppinger Raum, die ihn als Abonnenten seines YouTube-Kanals von Videos kennen und nun persönlich treffen wollten. „Es war eine schöne Erfahrung hier“, so Decker.