„Wir haben der Presse entnommen, dass es einen Informationsbedarf gibt“, begann Stefan Zimmermann seine Präsentation in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Er ist einer der Investoren für das geplante Einkaufszentrum und war auf Antrag der Freien Wähler in das Gremium gekommen. Einen konkreten Zeitplan möchte er erst nach den Sommerferien vorlegen, sich dafür aber um eine Lösung für das abgerissene Parkhaus bemühen.

Zeitplan für das „Agnes“ erst nach den Sommerferien

„Wenn man an der Baustelle vorbei geht, sieht man nicht viel anderes als vor einem Dreivierteljahr“, räumte Zimmermann ein. „Wir sind in der Bauentwicklung von verschiedenen Themen getroffen worden.“ So seien Schwankungen in der Grundwasserhöhe von drei bis fünf Metern aufgetreten, die auch die Gutachter weder vermutet noch jemals erlebt hätten: „Das Wasser stand mal unter und mal über der Bodenplatte.“

Die Investoren sahen sich dazu gezwungen, von einer Flach- auf eine Pfahlgründung umzustellen, was Kosten in „Höhe eines kleinen Einfamilienhauses“ nach sich gezogen habe, so Zimmermann. Weitere Verzögerungen seien dadurch entstanden, dass die Baufirmen derzeit alle andernorts beschäftigt seien: „Daran haben wir auch keinen Spaß.“ Einen konkreten Zeitplan könne man erst in der Sitzung des Gemeinderats nach den Sommerferien besprechen: „Dann ist die Bodenplatte gegossen, und wir sind auch in den anderen Baumaßnahmen weiter.“

66 Prozent der Fläche sind vermietet

Aktuell seien 66 Prozent der Flächen vermietet: „15 Prozent halten wir zurück, weil viele Mieter erst den Rohbau sehen wollen.“ Die Investoren seien allerdings „nicht unfroh“ gewesen, dass die Unterhaltungselektronik-Kette Media Markt einen Rückzieher gemacht hatte: „Dieser Bereich ist mit am stärksten im Online-Handel vertreten.“ Auch Geschäfte für Bürobedarf sowie Buchhändler soll es in der um 2000 Quadratmeter verkleinerten „Agnes“ nicht geben, weil dafür laut Zimmermann schon ein gutes Angebot in Göppingen existiert. Er sieht aber durchaus Potenzial für „Bekleidung, Schuhe und Sport“.

„Uns ist bewusst, dass das Parkhaus an der Bleichstraße für die Stadt wichtig ist“, griff der Vertreter der Investoren das nächste heiße Eisen an und versprach: „Wir werden alles dafür tun, es wieder ans Laufen zu bekommen, losgelöst von der Eröffnung.“ Das war eine der Forderungen, die von den Freien Wählern Göppingen (FWG) in ihrem Antrag gestellt worden war. Fraktionsvorsitzender Dr. Emil Frick wollte ihn als „vertrauensbildende Maßnahme” für die Nachbarn Kaufhof und C&A, die anderen Geschäfte, Gaststätten, Cafés und Dienstleister in der Nähe sowie die Anwohner verstanden wissen.

Frick sieht diese Forderung nun als ebenso erfüllt an wie die nach einer „modifizierten Einkaufsmeile“. Er schlug den Investoren vor, „ein bis zwei Mal im Jahr zu uns zu kommen und Öffentlichkeit herzustellen“. „Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass wir im Hinterzimmer klüngeln wollten: Das war nicht der Fall“, stellte Zimmermann klar. „Wir möchten uns hier nicht verstecken, sondern gemeinsam mit Ihnen etwas schaffen.“

„Wir haben heute eine verbindliche Zusage von Herrn Zimmermann erhalten“, sagte Oberbürgermeister Guido Till mit Blick auf die angekündigten Zeitpläne der Investoren. „Mit dieser Verbindlichkeit kann ich bis zum Ende der Sommerferien gut leben.“

„Agnes“ soll das „erste Haus am Platz“ werden


Name Das Einkaufszentrum solle zum „ersten Haus am Platz“ werden, stellte Stefan Zimmermann von der Investorengruppe klar: „Wir wollen eine Geschichte erzählen, die zu Göppingen passt.“ Dazu gehöre ein passender Name – nach Meinung der Investoren eben „Agnes“. Der Name „Staufen“ weise kein Differenzierungsmerkmal auf, weil ihn schon viele andere Gewerbebetriebe nutzen würden; ähnliches gelte bei anderen Einkaufszentren für Begriffe wie „Galerie“ oder „Arkaden“.

Kugelbahn Die Investoren reduzierten die Zahl der Stockwerke von vier auf drei. Über dem Eingangsbereich soll sich ein „Food Court“ mit verschiedenen Gastronomie-Angeboten und einem gemeinsamen Essensbereich befinden – nach dem Motto: Sushi für Mama, Schnitzel für Papa und Pommes für die Kinder. Über alle drei Etagen hinweg wollen die Investoren eine überdimensionale Kugelbahn installieren, erklärte Andreas Schweickert von der Marketing-Agentur Saltico: „Das gibt es in Deutschland bisher nicht.“

Spielplatz Geplant ist darüber hinaus ein Kinderspielplatz sowie ein 30 Quadratmeter großer „Ames Room“: sozusagen eine Raum gewordene optische Täuschung, in der Besucher kleiner oder größer erscheinen als sie es tatsächlich sind und sich darin fotografieren lassen können.