Beim zehnten Eselfest in der Zachersmühle trafen sich die gutmütigen Vierbeiner von nah und fern – und sie lockten wieder viele Besucher in den Schurwald.

Bereits am Samstagabend wurden die Tiere im Rahmen eines Gottesdienstes beim Adelberger Kloster gesegnet. Gestern wurde es für die sonst eher gemütlichen Tiere sportlich. Bereits am Vormittag unterzogen sich Esel samt Führer einem Geländeparcours. Dabei galt es, mit viel Geschick verschiedene Hindernisse zu überwinden – und zwar unter Zeitdruck. Das Teilnehmerfeld bestand aus Kindern und Erwachsenen mit ihren Langohren und wurde getrennt gewertet. In der Gruppe der Kinder gewann Emmi mit Mojito. Bei den Erwachsenen hatte Christian mit Don aus dem Stall Köhnlein aus Otterbach die Nase vorn. Anschließend hatten Halter und Tiere Gelegenheit zum Ausruhen und zur Stärkung. Vor allem die Flüssigkeitszufuhr durfte bei steigenden Temperaturen nicht zu kurz kommen.

Am Nachmittag ging es dann um eher äußere Werte. Der schönste Esel wurde gesucht. Die Grautiere liefen mehrere Runden im Kreis und präsentierten sich dem Publikum und einer dreiköpfigen Fachjury. Während manche Eselbesitzer auf schmückendes Beiwerk setzten, vertrauten andere auf die natürliche Schönheit ihrer Tiere. Die Jury beurteilte Merkmale wie Ausstrahlung, Körperbau, Kopf und Bewegung, die interessierten Gäste hingegen konnten frei nach persönlichem Geschmack und Sympathie entscheiden, weswegen der von ihnen gewählte Esel auch den Titel „Publikumsliebling“ erhält. Entzückte Ausrufe erntete ein erst wenige Wochen altes Fohlen, das zusammen mit seiner Mutter auftrat. Publikum und Fachleute waren sich aber einig und setzten Mojito von der Zachersmühle auf den ersten Platz.

Direkt nach dem Schönheitswettbewerb war aber auch schon wieder Leistung gefragt. Beim Geschicklichkeitsparcours mussten 31 Teilnehmer mit ihren Grautieren zehn Hindernisse und Schwierigkeiten meistern, natürlich wieder auf Zeit. Allerdings machten etliche der tierischen Teilnehmer ihrem störrischen Ruf alle Ehre, ein Tier warf sich zur Freude des Publikums noch vor dem Start auf den Boden und wälzte sich gemütlich. Die Führer aber gaben alles, um ihren Liebling zügig und einigermaßen fehlerfrei ins Ziel zu bringen. Die Karotte vor der Nase war ein beliebtes, aber nicht immer erfolgreiches Lockmittel, auch ein zweiter „Motivationsesel“, der mitlief, war erlaubt. Letztlich waren es in den meisten Fällen das berühmte „gute Zureden“ und ein beharrliches Ziehen, die halfen, die Strecke zu überwinden. Kommentiert wurde das Spektakel von Moderator Thomas Kießling mit den Worten: „Führer und Esel müssen praktisch eins sein“. Auch diese Prüfung konnte bei den Kindern Lokalmatador Mojito, geführt von Emmi, für sich entscheiden, bei den Erwachsenen war es Lara, geführt von Gaby von den Bavarian Donky Freaks. Zu guter Letzt standen der Team-Sprint und die Vorstellung, „was Esel so alles können“, auf dem Programm. Den Team-Sprint gewann, man ahnt es schon, Mojito, der damit endgültig zum Abräumer des Tages wurde.

Beim Showprogramm zeigten die Tiere dann, dass sie auf den Hinterbeinen stehen oder einen Zugschlitten ziehen können. Sogar Tanzen ist für Esel kein Tabu. Nach der Siegerehrung saßen viele noch entspannt im Biergarten der Zachersmühle, auch Corinna und Günther, die mit ihren Eseln Moritz und Karamell aus Würzburg angereist sind, und zwar schon das dritte Mal. Im nächsten Jahr wollen sie wieder kommen, denn: „Es ist einfach das schönste Eselfest.“