Göppingen Stadt legt Dittlau-Pläne auf Eis

Die Stadt hat die Planungen zum neuen Baugebiet Dittlau vorerst eingestellt.
Die Stadt hat die Planungen zum neuen Baugebiet Dittlau vorerst eingestellt. © Foto: Arnd Woletz
Göppingen / Arnd Woletz 19.10.2018
Im Schlagabtausch um den Göppinger Baulandbedarf soll ein neues Gutachten Licht ins Dunkel bringen. Die Stadt stellt die Dittlau-Planung so lange ein.

Der Konflikt um die großflächige Bebauung des Dittlau bei Faurndau stand am Donnerstagabend eigentlich gar nicht auf dem Plan des Göppinger Gemeinderats. Der Oberbürgermeister hatte das Thema, wie berichtet, wenige Tage zuvor von der Tagesordnung streichen lassen. Doch dann setzte Till in der Sitzung noch eins drauf: Die Stadt werde die weitere Planung für den neuen Stadtteil mit etwa 2000 Einwohner erst einmal  ganz ruhen lassen. Till wörtlich: „Da passiert jetzt gar nichts“.

Die geplanten Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern werden abgeblasen. Das vor wenigen Wochen im Faurndauer Bezirksamt eröffnete Bürgerbüro für das „Familienwohnen Dittlau“ wird zunächst keine Termine mehr anbieten.

Unterschiedliche Zahlen vorgelegt

Zur Begründung sagte Till: Auch nach fünf Vorträgen habe er noch keinen Erklärung dafür, dass das von der Stadt beauftragte Institut Empirica und die „Schutzgemeinschaft Dittlau“ zu völlig unterschiedlichen Zahlen kommen, wie viele neue Wohnungen und Häuser in der Gesamtstadt künftig wirklich gebraucht werden. Weil das aber für die Stadt und deren Baulandpolitik entscheidend sei, sollen sich die Experten des renommierten Instituts Prognos nun intensiv mit dem Wohnraumbedarf der Kommune befassen. Dafür veranschlage die Stadt etwa zwei Monate. Erst danach könne es gegebenenfalls weiter gehen.

Welche Reaktionen das Bremsmanöver der Verwaltung auslöste und wie es im Ringen um das umstrittene Baugebiet Dittlau nun weitergeht, lesen Sie in der morgigen Ausgabe der NWZ und im E-Paper .

Die Prognos-Studie und der Landkreis

Kategorien Die Prognos-Studie vom Oktober 2017 untersucht unter anderem die regionalen Wohnungsmärkte im Land und teilt sie in verschiedene Kategorien ein, von A (sehr starkem Arbeitsmarkt und sehr angespanntem Wohnungsmarkt, beispielsweise Stuttgart) bis zu Typ E (entspannte Wohnungsmärkte, unterdurchschnittlicher Arbeitsplatzdichte). Der Landkreis Göppingen wird in den Typ E eingeordnet. neben Göppingen gehören dieser Kategorie in der Studie die Landkreise Zollernalbkreis, Neckar-Odenwald, Calw, Waldshut, Enzkreis, Alb-Donau-Kreis und Sigmaringen an.

Die Befürworter einer großzügigen Baulandpolitik in Göppingen haben hingegen stets betont, dass in der Kreisstadt  eine außergewöhnlich hohe Arbeitsplatzdichte herrsche. Die ländlichen Gemeinden an den Rändern des Landkreises ließen sich deshalb nicht mit Göppingen in einen Topf werfen.

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