Ebersbach an der Fils Wundenlecken zu vorgerückter Stunde

TUT 13.03.2014
Im weiteren Schulentwicklungsprozess schworen sich die Ebersbacher Stadträte auf das Miteinander ein. Man will aus den gemachten Fehlern lernen.

Der Stachel sitzt tief. Zu vorgerückter Stunde war in der Sitzung des Gemeinderats der Zeitpunkt für Vergangenheitsbewältigung gekommen. Die Ebersbacher Stadträte machten kein Hehl aus ihrer Unzufriedenheit über den Schulentwicklungsprozess des vergangenen Jahres. Dass sich die örtliche Werkreal- und Realschule nicht auf ein gemeinsames Konzept für eine weiterführende Schule einigen konnten, stößt vielen Bürgervertretern immer noch sauer auf. "Alle haben uns überholt", meinte Ingrid Scherr (SPD) mit Blick auf die Entwicklungen in den Nachbargemeinden bitter. Ihr Fraktionskollege Hans-Peter Goblirsch sieht Ebersbach "in ganz vielen Punkten nicht im Zielbereich". Und Gabriele Ebensperger (Grüne) klagte in Anspielung auf den starken Gegenwind in Sachen Gemeinschaftsschule in Ebersbach: "Wir haben uns einer wortgewaltigen Elternschaft gebeugt, die bei weitem nicht alle repräsentiert."

Bürgermeister Sepp Vogler appellierte an die Stadträte, nun den Blick nach vorne zu richten. "Ob ein eingeschlagener Weg richtig ist, stellt sich oft erst hinterher heraus", sagte Vogler. "Schuldzuweisungen bringen uns nicht vorwärts, wir müssen die Konsequenzen jetzt tragen", stellte die städtische Sozialmanagerin Rebecca Harscher fest. Dass der Schulentwicklungsprozess in Ebersbach weitergehen soll, ist bereits beschlossene Sache. Im Fokus sollen nun die Grundschulen stehen. Aber die Gesamtsicht auf die Ebersbacher Schullandschaft soll nicht verloren gehen. Themen wie Übergänge in andere Schulen gestaltet werden sollen, Inklusion, Ganztagesbetrieb und Schulstandorte sollen bearbeitet werden. In einer offenen Dialogwerkstatt soll an Lösungen für Ebersbach gefeilt werden.

Die Stadträte haben sich vorgenommen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und wollen nun den Blick nach vorne richten. "Ich habe gelernt, dass wir regelmäßig miteinander reden und uns kennenlernen müssen. Der Prozess hat uns vor Augen geführt, wie wichtig das Miteinander ist", erklärte Brigitte Kreisinger (CDU).