Göppingen / krib Antje Dittel und ihr 23-jähriger Sohn waren monatelang auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung. Nach der Berichterstattung der NWZ, organisierte die Wohnbau eine Bleibe für die Familie.

Antje Dittel stand monatelang unter Druck. Sie wusste: Ihr querschnittsgelähmter Sohn könnte bald aus der Spezialklinik in Ulm entlassen werden. Doch die Wohnung der Familie im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Göppingen wäre nicht behindertengerecht gewesen. Eine Wohnung ohne Aufzug und im oberen Stock kommt für die Familie seit dem Unfall des Sohnes im vergangenen Jahr nicht mehr in Frage. Beim Versuch, einen Bauchplatscher vom Becken eines Freibades zu machen, kam der junge Mann mit dem Kopf auf den Beckenboden auf. Die Wirbelsäule wurde schwer verletzt, so dass der damals 22-Jährige trotz kleiner Fortschritte querschnittsgelähmt bleiben wird.

Antje Dittels 22-jähriger Sohn ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Bald kommt er aus der Klinik – doch die Familie findet keine Wohnung.

Lange Suche nach Wohnung

Nach der Berichterstattung der NWZ über den Fall Anfang März meldete sich die städtische Wohnbaugesellschaft und bot Hilfe an. Vor zweieinhalb Wochen unterschrieb Antje Dittel dann endlich den langersehnten Mietvertrag. Die Wohnbau hatte der Familie eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Göppinger Bodenfeld organisiert.  Antje Dittel ist sich sicher: „Ohne den Artikel, hätten wir auch heute noch keine Wohnung.“

Die Wohnungssuche von Familie Dittel dauerte bereits über ein halbes Jahr. Doch alle Versuche waren erfolglos geblieben. Neben der Suche auf Internetportalen habe sie auch die städtische Wohnbau kontaktiert, beteuerte Antje Dittel. Doch auch da sei die Auskunft gewesen: Man habe aktuell keine Wohnung. Die Familie ist von Sozialhilfe abhängig, doch in Sonderfällen bezahlt die Arbeitsagentur auch Wohnungen über dem normalen Wohngeldbetrag von rund 500 Euro. „Wenn jemand Bedürfnisse hat, die über das Normale hinausgehen, dann wird das Jobcenter in jedem Einzelfall entscheiden“, so die Pressesprecherin der Göppinger Arbeitsagentur, Kerstin Fickus. Dazu zählt auch die Notwendigkeit einer barrierefreien Wohnung, die ebenerdig zugänglich ist.

Neues Kapitel für die Familie

Am morgigen Mittwoch ziehen die Mutter und ihr Sohn gemeinsam ein. Ihr Sohn freue sich sehr, nach Hause zu können. Doch nach acht Monaten Krankenhausaufenthalt werde die kommende Zeit im neuen Zuhause auch eine große Herausforderung für die Familie. „Aber mein Sohn ist ein Kämpfer“, zeigt die Mutter sich optimistisch.