Göppingen Wohnmodelle für die Zukunft

SWP 26.04.2013
Wohnen in der Stadt 2030, wie kann das aussehen? Jobst Kraus, früherer Studienleiter an der Akademie Bad Boll, stellte eine interessante Vision vor.

Das Leben findet wieder verstärkt im öffentlichen Raum statt, die Gartenbank steht wieder vor dem Haus, nicht mehr dahinter im abgeschiedenen Garten, so haben es nicht nur die Initiatoren von Bündnis 90/Die Grünen beobachtet, die jetzt zu einem Gesprächsabend über zukunftsweisende Wohnmodelle ins Haus Illig nach Göppingen einluden.

Frei nach dem Motto "Weniger ist mehr" finde eine Konzentration auf das Wesentliche statt, und schon heute gebe es Ansätze, die stark der zukünftigen Wohnform ähneln, heißt es in einer Grünen-Pressemitteilung. Hans Martin Tramer gab einen Einblick in das Entstehen und das Zusammenleben der Mehrgenerationen-Wohnanlage "Mühlbachhaus" in Schorndorf. Als Mitinitiator und Mitbewohner dieser zukunftsweisenden Wohnform gab er einen lebhaften Einblick in die Qualität des Miteinander-Wohnens. Mit dem Ansatz "Wohngemeinschaft mit eigener Haustür" leben dort Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft seit nunmehr fünf Jahren zusammen. Auftauchende Konflikte werden gemeinsam angegangen und bewältigt.

Bei der Gesprächsrunde, die von Tobias Liebig Cardinale und Dietrich Burchard moderiert wurde, war ein großes Interesse der Anwesenden an dem Mehrgenerationenwohnen spürbar. Bei den Fragen zur Verwirklichung einer solchen Wohnform wurde schnell klar, dass es keine vorgegebenen Lösungen geben kann. Offenheit für Neues, Wille zur Gemeinschaft und die Gesprächsbereitschaft eines jeden seien zentrale Voraussetzungen für das Gelingen dieser Wohnform.

Auch im Raum Göppingen gibt es Initiativen zum Mehrgenerationen-Wohnen. Eine Initiative aus Bad Boll zum gemeinsamen Wohnen und die Bartenbacher Gruppe "Kunterbunt wohnen" stellten sich vor. Jörg Heinzmann von "Kunterbunt wohnen" sagte, es gehe ihm nicht nur um eine Absicherung fürs Alter, ein Leben in der Gemeinschaft biete Vorzüge für jedes Alter und jede Lebenssituation. Für ihn ist das Grund genug, sich für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Göppingen oder Umgebung einzusetzen. Er lud alle Interessierten ein, mitzumachen.