Aus seinem Roman "Brenntage" liest der Wiener Schriftsteller Michael Stavaric am Samstag ab 20 Uhr in der Stadtbibliothek Göppingen. Der gebürtige Tscheche lebt seit 1979 in Österreich, wohin seine Eltern flüchteten, ohne ihn einzuweihen. Der Siebenjährige verlor über Nacht alle Freunde und wurde mit einer neuen Sprache konfrontiert. Inzwischen liegen von ihm gut ein Dutzend Bücher in deutscher Sprache vor: Romane, Gedichtbände, Kinderbücher. 2012 erhielt er von der Robert-Bosch-Stiftung den Chamisso-Preis.

"Brenntage" spielt in einer von Aberglauben geprägten Gegend. Der namenlose Ich-Erzähler wächst nach dem Tod der Mutter bei Onkel und Tante auf. Nachts schlagen Äste gegen das Haus, in den Birken vermutet man Geister. Menschen verschwinden, Soldaten ziehen durch die Wälder, und Geister verweisen auf geführte Kriege. Die Ortsbewohner pflegen den Brauch, jedes Jahr im Herbst ihr Gerümpel mit all ihren Erinnerungen in einem großen Feuer zu verbrennen. Stavaric zieht den Leser mit allen Sinnen in die entrückte Zeit um die Pubertät.

Für Schulklassen ab Klasse 10 liest Stavaric bereits am Freitag ab 11 Uhr im Freihof-Gymnasium.