Göppingen Wenn Dächer sich bewähren

Die umstrittene Überdachung des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs hat just bei der verregneten offiziellen Einweihung alle Zweifel zerstreut.
Die umstrittene Überdachung des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs hat just bei der verregneten offiziellen Einweihung alle Zweifel zerstreut. © Foto: gia
FABIAN LENHARDT 24.09.2016
In Göppingen weihte Oberbürgermeister  Hans Haller den Zentralen Omnibusbahnhof offiziell ein. Hunderte Besucher waren vor Ort, als der Regen kam.

Für insgesamt 20 Millionen Mark erweiterte die Stadt Göppingen ihr Bussystem mit allen erforderlichen Maßnahmen, so berichtete die NWZ am 30 September 1991. Der Ausbau sei eine erhebliche Belastung des Etats, erklärte Haller, obwohl es einige Zuschüsse von Bund, Land und dem Landratsamt gab.

Ohne diese Zuschüsse hätte das Projekt nicht umgesetzt werden können. Trotz allem wurde der Kostenrahmen eingehalten und die Eröffnung konnte termingerecht von statten gehen. Die Vorteile des neuen Bussystems, sind unter anderem der neue Busring, der das große Innenstadtgebiet abdeckt und der neue Verknüpfungspunkt der Buslinien, der durch seine Nähe zum Göppinger Bahnhof auch an den Fernverkehr angebunden ist. In Vertretung des Verkehrsministers Thomas Schäuble war Ministerialdirektor Roland Eckert zur Einweihung gekommen.

Dieser betonte das Potential der Einrichtung und machte deutlich, dass es solche Alternativen zum Auto braucht, um Staus und einer steigenden Umweltbelastung entgegen zu wirken. Jedoch war nicht jede finanzielle Ausgabe unumstritten, so zum Beispiel die großflächige Überdachung des Busbahnhofs, deren Notwendigkeit in Frage gestellt wurde. Die Einweihungsveranstaltung konnte somit als voller Erfolg gewertet werden, denn die Zweifel über die Dächer waren am Tag der Einweihung  ausgeräumt, denn es gab reichlich Regen und die Besucher blieben trocken. Musikalisch umrahmt wurde die Übergabe durch die Big-Band des Hohenstaufen-Gymnasiums. Im Anschluss gab es noch kostenlose Busrundfahrten durch die Innenstadt.

Was sonst noch geschah . . .

26. September 1966: Zur Verminderung der Hochwasser-Gefahr regte Landrat Dr. Paul Goes in einer Kreisratssitzung im „Löwen“ in Boll zum Bau von vier Rückhaltebecken an. Die Kosten des Baus wären um die 2,9 Millionen Mark. Eine Alternative, die Korrektur des Nassachtal-Bachbetts wäre durch Kosten  von 400 000 Mark machbar. Dr.Goes argumentierte für die teurere Lösung, da es im Kreis Göppingen wenig Wasserflächen gibt. Zusätzlich wurde ein Genesungsbrief an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Klenk geschrieben.

27. September 1966: An diesem Tag ging die Reise einer Göppinger Delegation von München aus weiter, sechs Krankenhäuser in fünf verschiedenen Städten in sechs Tagen zu besichtigen. Die 26 Frauen und Männer, trafen in Wien ein, wo sie das Allgemeine Krankenhaus Wien, das sich gerade im Bau befindet, unter die Lupe nahmen. Die Reise diente dazu, sich Inspirationen für den Bau des neuen Göppinger Krankenhauses im Eichert zu holen. Rund 100 Millionen Mark sollte das frühestens 1969 startende Bauvorhaben kosten.

28. September 1991:

Auf Warnung der heimischen Wirtschaft wurde vor vier Jahren in Göppingen eine Außenstelle der Esslinger Fachhochschule errichtet. Dr. Manfred Feiler, Leiter des Studiengangs Fertigungstechnik erklärte in einer Rede der Bezirksversammlung, dass durch das Einrichten von Transferzentren modernste Technologien erarbeitet werden und für mittlere Betriebe so eine Möglichkeit besteht, diese zu nutzen. Die Integration zwischen Wirtschaft und Fachhochschule sei für beide Seiten zukunftsweisend.