Advent Neue Sternen-Beleuchtung für Göppingen

Der nächste Advent kommt bestimmt . . . und dann könnte die Göppinger Weihnachtsbeleuchtung in der Hauptstraße vielleicht so aussehen.
Der nächste Advent kommt bestimmt . . . und dann könnte die Göppinger Weihnachtsbeleuchtung in der Hauptstraße vielleicht so aussehen. © Foto: Illustration: Fa. Essert Illuminationen
Göppingen / Arnd Woletz 08.06.2018
Die Stadt Göppingen braucht eine neue Weihnachtsbeleuchtung. Doch die Vorauswahl der Verwaltung leuchtete nicht allen Lokalpolitikern ganz ein. Die Entscheidung fällt in zwei Wochen.

Die drückende Schwüle ließ sich am Donnerstagabend auch aus dem kleinen Sitzungssaal des Göppinger Rathauses nicht aussperren. Dort schwitzten die Mitglieder des Verwaltungs- und Finanzausschusses aber über einem ganz und gar nicht sommerlichen Thema. Es ging um Eiszapfen aus Licht, um Sterne und Birnchen-Vorhänge, die die adventliche Hohenstaufenstadt  ins rechte Licht setzen sollen.

Göppingen braucht nach mehr als 20 Jahren eine neue Weihnachtsbeleuchtung, weil die bisherige so zerschlissen und störungsanfällig ist, „dass in naher Zukunft mit einem Komplettausfall zu rechnen ist“, wie die Verwaltung die Stadträte kühl informierte. Damit die Straßen der City nicht ins Dunkel fallen, muss eine neue Beleuchtung her. 100.000 Euro hat der Gemeinderat dafür im Haushaltsplan bewilligt, plus 60.000 Euro für Konzeption, Montage und Lagerung.

Eine „feierliche Wohlfühlatmosphäre“ sollen die Birnchen in die weihnachtliche Stadt bringen, hieß es in der Sitzungsvorlage. „Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger, Einzelhändler, Gastronomen sowie das Image der Stadt“. Wie wichtig das Ganze im Rathaus  genommen wird, zeigt sich schon an der Zusammensetzung der Auswahlkommission. Vertreter vom Stadtmarketing, vom   Bauhof, vom Tiefbauamt, von der Stadtplanung sowie vom City-Marketingverein hatten sich durch die Angebote geackert und waren zu  einem einstimmigen Ergebnis gekommen: Die  bei Würzburg ansässige Firma Essert habe zwar das weitaus teuerste aber auch beste Konzept vorgelegt und könne vor allem mit der extrem guten Qualität überzeugen, berichtete Lisa Herr vom Stadtmarketing, als sie die drei Vorschläge präsentierte, die jeweils wieder aus mehreren Elementen bestanden: gesonderte Motive für die  Straßeneingänge auf den Hauptachsen, den Seitenstraßen und Kreuzungen.

Doch wie das immer so ist mit Geschmacksfragen: Es darf gestritten werden. Klaus Fischer (CDU) wollte am liebsten die alte Beleuchtung behalten und meinte:  „Besser als alles, was wir hier gesehen haben, ist die Beleuchtung, die wir jetzt haben.“ Die sei „total toll“, fand der Stadtrat. „Es wäre am besten, wenn man die ertüchtigen könnte.“

Andere schlossen sich hingegen der Meinung der Auswahlkommission an, die Beleuchtung der Firma Essert zu favorisieren. Dort leuchten Monde und Sterne in üppigen Lichtervorhängen. Auch bei Tageslicht wirken diese Straßenüberspannungen optisch wie Eiszapfen, fand die Stadtmarketing-Vertreterin. Und in den Nebenstraßen prangen Strahlen­sterne mit 1,50 Meter Durchmesser am Stadthimmel.  Allerdings  könnten angesichts des höheren Preises mit dem vorhandenen Budget nicht alle der vorgesehenen Straßen illuminiert werden, sodass ein Teil auf die kommenden Jahre verschoben würde.

Heiß diskutiert wurde auch, ob die Angaben zum Produktionsort Deutschland für die Beleuchtungen stimmen könne. Vor allem  Armin Roos (SPD) mahnte, es handle sich um Marketing-Versprechen, die für die einzelnen Leuchtmittel vermutlich nicht gelten könnten. In zwei Wochen  soll nun der Gemeinderat die Entscheidung fällen. Und wenn nicht alles täuscht, kommen die Stadträte dann nochmal ins Schwitzen, selbst wenn die Hitzeperiode vorbei sein sollte.

Erinnerung an den Eislinger Höschen-Hype

Unterhosen: Wie viel Aufmerksamkeit eine ungewöhnlich Beleuchtung  erregen kann, zeigte vor zweieinhalb Jahren der Hype um die Weihnachtsbeleuchtung in Göppingens Nachbarstadt, die als „Eislinger Unterhosen“ weltbekannt wurden.

Medien: Dank der elektronischen Medien und Netzwerke verbreitete sich der kleine Beitrag eines Stuttgarter Radiosenders plötzlich explosionsartig in fast alle deutsche Medien von Sat1 bis N24, von Spiegel bis FAZ. Sogar in Frankreich und den USA wurde über die Höschen berichtet, dabei hingen die damals schon 15 Jahre – zwar milde belächelt, aber fast unbeachtet – im Advent  am Eislinger Himmel.