Gesundheit Wege aus dem Verschweigen der Depression

Die Mut-Tour wirbt für einen unverkrampften Umgang mit der Krankheit Depression. Das Smiley symbolisiert die Betroffenen.
Die Mut-Tour wirbt für einen unverkrampften Umgang mit der Krankheit Depression. Das Smiley symbolisiert die Betroffenen. © Foto: Gerd Kolter
Göppingen / Gerd Kolter 01.08.2017
Die Mut-Tour 2017 hat am Sonntag Halt auf dem Göppinger Marktplatz gemacht.

„Jetzt reiß dich doch endlich mal zusammen!“ – Viele Menschen, die in einer Depression stecken, kennen solche und ähnliche Aufforderungen. Obwohl vieles an Aufklärung über diese Erkrankung geleistet worden ist in den letzten Jahren, gibt es immer noch die Auffassung, man könne sich durch einen bloßen Entschluss daraus befreien, es gibt das schamhafte Verschweigen, die Schönfärberei: Burnout, Erschöpfung – das klingt dann weniger heftig.

Fakt ist, dass jedes Jahr über fünf Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression erkranken. Der Gesamtanteil an der Bevölkerung liegt bei etwa 10 bis 15 Prozent. Es ist also kein Minderheitenproblem, das sich folgenlos abschieben ließe.

Wie können Betroffene und Mit-Betroffene, wie können wir alle als Mit-Menschen damit umgehen?  Die Mut-Tour, die am Sonntag auf dem Marktplatz in Göppingen Station gemacht hat, gibt ein Beispiel: Getragen von der Deutschen Depressionsliga, der Barmer, der Deutschen Rentenversicherung und anderen begibt sie sich seit 2012 jedes Jahr auf die Reise, und zwar Betroffene und Nicht-Betroffene in verschiedenen Gruppen: Dieses Jahr sind es 45 Teilnehmer in Tandem-Teams, im Zweier-Kajak, als Wanderer über eine Gesamtstrecke von 3200 Kilometern. Gestartet wurde am 10. Juli in Bremen, die Tour endet am 25. August in Leipzig.

Was soll damit erreicht werden? Laut Sebastian Burger, dem Initiator dieses Aktionsprogramms, steht für die Gruppe die Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Durch Berichte in den verschiedenen Medien vor Ort soll ein Beitrag zum „unverkrampften Umgang“ mit der Erkrankung geleistet, die Depression entstigmatisiert werden.

Dass darüber hinaus  die Kommunikation und Kooperation innerhalb der beteiligten Gruppen und  die sportliche Betätigung  in der Natur auch eine positive, stimmungsaufhellende Auswirkung auf die Teilnehmer haben, ist für sie dabei ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt.

Info Kontakt für Interessenten, auch für die Tour 2018, über $(LEmailto:kontakt@mut-tour.de:kontakt@mut-tour.de:kontakt@mut-tour.de)$:www.mut-tour.de oder kontakt@mut-tour.de:kontakt@mut-tour.de:kontakt@mut-tour.de)$|_blank)$.